Gewinnspiel? Nein danke, Reader’s Digest.
Geschrieben am 09.07.2009 um 21:51 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Life, Quatschstory.

Zum Anfang. Meine Aussage ist klar und deutlich und ich möchte sie gleich am Anfang anbringen. Das Gewinnspiel ist irreführend und nur Kundenfängerei. Am besten gleich ins Altpapier, auch wenn es auf den ersten Blick seriös aussieht.
Vor einigen Tagen habe ich einen Beitrag über eine Karte geschrieben, bei welchem mir ein möglicher Gewinn vorgegaukelt wurde. Diesen Beitrag kann man hier nachlesen. Für mich überraschend war, dass danach gleich einige Kommentare kamen, die auch guten Inhalt zu diesem Thema haben. Dies war unter anderem ein Beweggrund, diesen Beitrag hier zu schreiben, neben der Tatsache, dass die versprochene Briefbombe versprochenen Teilnahme-Unterlagen nun ankamen.
Nachträglich könnte würde ich den Brief ohne weiteres als Spam bezeichnen. Und weil neben diesen Unterlagen auch sonst noch Werbung ins Haus geflattert ist, an mich adressiert natürlich, war es schon ziemlich auf dem Weg Richtung Altpapier. Aber zuerst wollte ich mir das schon noch anschauen.
Beim kurzen Überfliegen kapiert man so ziemlich nichts. Was man aufkleben oder ausfüllen und zurücksenden muss, um teilnehmen zu können. Alles ist dramatisch in GROSSBUCHSTABEN geschrieben, damit man es auch JA NICHT ÜBERSIEHT! Liest man das Ganze durch, merkt man, wie Reader’s Digest versucht, den Empfänger unter Druck zu setzen. Man müsse SOFORT reagieren, sonst VERFÄLLT die Gewinnchance!
Zum einen winkt einem beim Gewinnspiele eine Zusatzrente, die man lebenslänglich erhalten würde und kann man noch einen Sofortgewinn im Wert von x-Tausend Franken gewinnen.
Geblendet von all diesen Zahlen und vielen schön farbigen Prospekt, wird man aufgefordert, das doch dorthin zu kleben und dort zu rubbeln und was weiss ich. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sollte man merken, dass die Sache nicht seriös sein kann.
Und wenn wir schon beim Thema «nicht seriös» oder Falle sind, dann passt der Beitrag der erbraucherzentrale Hamburg gearde wunderbar hier rein. Gerne zitiere ich einmal den Beginn des Beitrages:
Gewinnspiele von Reader’s Digest: Vorsicht – Falle!
Die Firma Reader’s Digest wirbt immer wieder mit unterschiedlichen Gewinnspielen.
Ihre Werbetaktik und Geschäftspraxis ist es, mit Gewinn-Chancen um die Aufmerksamkeit von Verbrauchern zu buhlen. Zwar ist die Teilnahme an den jeweiligen Verlosungen nicht zwingend an eine Produktanforderung oder einen Kauf gebunden. Die ausschließliche Teilnahme an den Gewinnspielen wird aber durch die umständlichen Anforderungen an die verschiedenen Registrierungen ‑ „Kleben Sie hier….“, „Stecken Sie da….“, „Rubbeln Sie dort…“ ‑ auffallend erschwert. Hierdurch werden aus unserer Sicht Produktanforderungen provoziert.Hat man sich erst einmal für die Teilnahme an einem Gewinnspiel registriert, so wird durch immer neue Zusendung von Briefen – zum Teil im Wochenrhythmus! – mitgeteilt, dass man eine weitere Stufe auf dem Weg zu unermesslichem Reichtum erklommen und nunmehr nur noch eine weitere Klebe-, Steck- und Rubbelaktion zu meistern habe.
Die penetranten Briefe von Reader’s Digest sind ebenso lästig wie jeder andere Werbemüll auch. Und sie lassen sich auch genauso einfach entsorgen!
Verbraucherzentrale Hamburg
Auf der freien Enzyklopädie Wikipedia erfährt man ausserdem, dass sich Reader’s Digest 2001 zu Zahlungen im Wert von 6 Millionen US-Dollar verpflichtet hat. Das Geld ging an Opfer ihrer Marketing-Opfer, da man Reader’s Digest vorgeworfen hatte, vor Allem ältere Menschen mit betrügerischen Methoden zu Vertragsschlüssen zu bewegen.
Schlussendlich habe ich zum einen gemerkt, dass ich nicht der Einzige bin, der mit solchen Dingen «bespammt» wird. Eva Zwingli hat in den Kommentaren sehr gute Informationen gegeben, unter anderem den Link zur Verbraucherzentrale Hamburg. Zum anderen weiss ich nun, dass jede Firma gegen aussen noch so gut aussehen kann, aber doch irgendwo ein Haken vorhanden sein kann. In diesem Fall ist der Haken bei diesem Gewinnspiel die undurchsichtige Methode, die angewandt wird, um nach Neukunden zu fischen.
Also in Zukunft ganz bestimmt ins Altpapier damit. Ich hätte es wahrscheinlich auch so weggeworfen, aber nach diesen Informationen gleich doppelt. Am besten macht man es auch noch so, wie Besucher «uschnaz», der Reader’s Digest eine Mail sendete, damit nichts Weiteres mehr kommt. Ich hoffe es hat dann auch geklappt, eine Bestätigung heisst ja noch lange nichts.
Ich hoffe ich konnte vielleicht auch noch einigen mit diesem Beitrag weiterhelfen, bei Fragen, Erfahrungen oder Anmerkungen freue ich mich über jeden Kommentar!
Gruss,
Michael Eugster





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Kommentar von Fabi — 10. Juli 2009, 11:51
Krasse Story. :D
Pingback von m_Blog » möglicher Gewinn: dubios oder seriös?::. — 15. Juli 2009, 23:32
[...] UPDATE: Hier gehts weiter. [...]
Pingback von m_Blog » Holla Amigos!::. — 15. Juli 2009, 23:38
[...] sich dieser Monat von einer echt tollen Seite. Entweder habe ich die richtigen Themen erwischt (das dubiose Reader’s Digest Gewinnspiel oder mein April-Scherz), die viele ergooglen oder es liegt an den Sommerferien, wo mehr Leute [...]
Kommentar von Susanne Böttcher — 9. April 2010, 09:45
ein Schwachsinn,habe wohl noch im Winterschlaf gelegen,dass ich mich mit dem Senf beschäftigt habe,kaufe mir jetzt für das Portogeld von 0,55 Euro eine Tüte Blumensamen..habe mit Sicherheit ein Gewinn….Geh aus mein Herz und suche Freud..werde ich haben auch ohneLektüre von Reader´s.
Gruss Gärtnerin Susan
Kommentar von amarettini — 29. Juni 2010, 17:54
Jetzt, ein Jahr später, ist dieses ganze Gewinnspiel immer noch im Umlauf! Mit demselben Fahrplan, nur der Gewinn wurde mittlerweilen auf 1’300’000.– Franken erhöht. Ich wurde heute dazu eingeladen. Ob ihn wohl niemand abgeholt hat?!. Leute, lasst die Finger davon… Das geht für euch nie auf. LG amarettini
Kommentar von Michael Eugster — 29. Juni 2010, 17:57
@amarettini: Mein Gott, dass die wirklich nie damit aufhören?! Unglaublich… Zum Glück erkundigen sich auch jetzt noch viele Leute im Internet und sehen, was da dahinter steckt / stecken kann.
Kommentar von Roger — 5. Juli 2010, 17:38
Habe heute die 2010er Version des Briefes erhalten. Dank deinem Beitrag ist er schon im Altpapier.
Kommentar von Hansueli — 7. Juli 2010, 11:11
Bevor ihr das ganze ins Altpapier werft: Streicht eure Adresse durch, dann schreibt ihr irgendwo neben dem Briefmarkenfeld drauf “Annahme verweigert” und steckt es wieder in den nächsten Briefkasten. Dann geht das zurück zu den Werbefuzzis und das Porto für die Rücksendung müssen sie soviel ich weiss auch noch bezahlen. Wenn das *alle* machen würden, würde das die Affen auch was kosten.
Pingback von futurecrm: social crm | media » Blog Archive » kundenerlebnis v – ich will nicht kunde werden — 9. Juli 2010, 09:40
[...] gemachten gewinnspielen auf sich aufmerksam, als mit wirklich guten aktionen. hier, hier, hier und hier als beispiele. und jetzt ich [...]
Kommentar von Ronald — 22. November 2010, 15:37
Das hätte ich niemals gedacht. Heutzutage weiß man gar nicht, wer vertrauenswürdig ist.
Kommentar von Nicole — 6. Januar 2011, 18:18
Habe gerade eben, nach der tollen Karte mit dem tollen Fahrplan, meine supertollen Gewinnpapiere erhalten.
Dabei dachte ich immer, Readers Digest wäre eine seriöse Firma die interessante Zeitschriften rausbringt.
Ich mach jetzt eine Mail an die und hoffe, nicht mehr eine solche Papierverschwendung erhalten zu müssen.
Vielen Dank für Ihren Beitrag!!
Kommentar von Michael Eugster — 6. Januar 2011, 19:03
@Nicole: Dass diese Firma noch immer solche Dinge versendet erstaunt mich schon etwas, aber anscheinend will sie ihre (dubiosen) Praktiken beibehalten. Gerngeschehn für den Beitrag!
Kommentar von Wolfgang Grupe — 14. März 2011, 17:21
Hallo, jetzt haben sie (Readers Digest) meinen Vater am Kanthacken. Der ist 82 Jahre alt und rubbelt und klebt und glaubt den Mist der in den diversen Prospekten steht.
Dringend sollte ich letzte Woche 2 Briefe an RD zurück schicken. Weil ich meinte das wäre doch nur Kundenfängerei und Verarschung, bekomme ich jetzt nichts ab von den “Gewinnen”. Hab mir alles mal kopiert und glaube eine versteckte Bestellung für ein Gartenbuch erkannt zu haben. Mein Vater hat leider keinen Garten mehr. Wie kann ich ihm nur klarmachen das RD nur an seine Kohle will? Und gewinnen tut nur Readers Digest.
MfG Wolfgang
Kommentar von Michael Eugster — 15. März 2011, 11:12
@Wolfgang Grupe: Hallo Wolfgang,
Vielleicht kannst du ja deinem Vater einmal diese Beiträge zeigen und ihm so klar machen, dass die Sache nicht suaber ist? Ich weiss, in seine Alter kannes es wahrscheinlich etwas schwierig sein, dies zu verstehen und man kann es manchmal nicht ganz klar sagen. Auf jeden Fall zeigt es mir noch einmal, wie unsauber und alles andere als transparent die Geschäftspraktiken dieses Unternehmen sind…
Liebe Grüsse
Michael
Kommentar von Florian — 15. Juli 2011, 11:12
Meine 85-jährige Oma macht bei dem Mist auch schon seit Mai 2010 mit, seit sie die Briefe bekommen hat. Seit über einem Jahr geht das schon hin und her aber gewonnen hat sie nix aber lauter unnützen Schrott bestellt, den sie eigendlich garn nicht braucht… Wegen solchen “Bestellungen” gehen fast jeden Monat um die 350€ drauf!! Die Frau treibt sich noch in den Ruin. Ich hab ihr letztens sämtliche Erfahrungsberichte und Warnungen von der Verbraucherzentrale gezeigt und trotzdem will sie es nicht wahrhaben. Sie glaubt immer noch an den “ganz großen Gewinn”
Was kann ich tun um sie zu überzeugen???
Kommentar von hanni — 6. Januar 2012, 03:21
hallo ich kann nur sagen ihr habt kein glück gehabt ich bin nun um mehre tausende euro reicher und lebe mein leben endlich richtig ,auch wurde ich in einer schiken weissen limo abgeholt und durfte erste klasse im ice fahren ich freue mich und hoffe es geht euch gut also nix mit verbrecher seufz wat eins schöner traum :-(((
Kommentar von Jette — 9. Januar 2012, 17:56
@hanni: TU SCHÖN DIE LEUTE IRREFÜHREN!? -wirst du dafür bezahlt, oder isses nen gehässiger Gaudi??!?-jedenfalls uncool, sonst wäre ja ne genauere Info dabei!!J.
Kommentar von Michael Eugster — 10. Januar 2012, 15:36
@Jette: nur runterkommen, der kommentar war natürlich ironisch gemeint, was auch der letzte teil zeigt. ;)