Blicke

Geschrieben am 18.02.2010 um 21:51 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Life.

Du bist noch etwas ausser Atem, setzt dich hin. Ein Blick schweift durch die Gegend und bleibt hängen. Es ist der Moment, der dich kurz schweben lässt. Blicke treffen sich. Für einen Bruchteil einer Sekunde. Doch der Blick lässt dich nicht mehr so einfach los, er lässt dich schmelzen. Wie Butter in einer heissen Pfanne. Du neigst den Blick und setzt dich hin. Du kannst das magische, anziehende an diesen Augen nicht erklären. Die Augen sind da, um nochmals dorthin zu blicken. Die Minuten vergehen und das Spiegelbild im Fenster scheint dich auch anzuschauen. Du bist dir nicht sicher. Aber das Auge will angesehen werden. Für kurze Zeit lässt es dich all das, was um dich passiert, vergessen. Du raffst dich wieder hoch, tust so als wärst du beschäftigt. Doch in Wirklichkeit bist du es nicht. Denn deine Augen wollen etwas anderes tun. Als wären die anderen Augenpaare magnetisch und du ein Metall, das immer wieder in den Bann gezogen wird. Der Blick der anderen Augen scheint plötzlich anders. Traurige Paare blicken in die Ferne. Auf einen Punkt, wo nichts ist. Oder bildest du dir das nur ein? Es ist eigentlich egal. Wieder wirst in den Bann gezogen.

Doch dann kommst du zu Hause an, steigst aus, denkst noch einmal kurz an die beiden Augen und wem sie wohl gehört haben. Und ein paar Minuten später sind die Augen für dich plötzlich einfach zwei von vielen Millionen oder Milliarden Augen.

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Im Wettlauf mit der Zeit

Geschrieben am 17.02.2010 um 20:51 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Quatschstory.


Bild gefunden auf pixelio.de von Rainer Sturm

Der Wecker läutet, ich bleibe liegen und lausche der Musik. Eigentlich sollte sie mich ja wecken und nicht schon am Morgen entspannen. Ich habe immer noch nicht die ideale Musik zum Erwachen gefunden. Ein mitreissender Beat und tolle Riffs? Ich bleibe liegen und geniesse die Musik. Ruhige Musik? Da wache ich gar nicht erst auf, sondern schlafe weiter – oder wieder ein. Radio? Ich höre die Nachrichten und schlafe danach fast wieder ein.
Also bleibe ich doch beim Beat.

Fünfzehn Minuten später schau ich mir die Uhrzeit an und stelle mit etwas Schrecken fest, wie spät es ist. Naja, soweit nichts Neues. Es passiert ja eigentlich sowieso jeden Tag. Mit leichtem Druck auf dem Kopf gilt es nun, sich frisch zu machen, etwas zu essen und dann so schnell als möglich zum Bahnhof zu kommen.
In diesen eisigen Tagen gestaltet sich dies manchmal schwieriger als erwartet, vor allem wenn das Bike nicht mehr im besten Zustand ist. Bei der Hinterbremse bin ich nicht mehr sicher, mit was sie bremst, die Vorderbremse funktioniert noch einwandfrei und die Gangschaltung zickt dann, wenn man sie braucht. Hohe Gänge habe ich sowieso schon lange nicht mehr. Aber irgendwie komme ich dann doch am Bahnhof an und merke, dass ich mir eigentlich gut noch etwas mehr Zeit hätte nehmen können. Und es ist auch arschkalt, das merke ich auch noch.

Der Zug kommt dann mit fünf Minuten Verspätung auch noch und ich steige in die warme Stube den warmen Bummler. Die Wärme lädt zum Weiterschlafen ein. Ich schaffe es aber nie wirklich, einzuschlafen. Die Müdigkeit breitet sich also schön aus und genau dann wenn man gerne noch eine Stunde sitzenbleiben würde, muss man aussteigen. Es ist immer das Gleiche.

Mit einer 20minuten in der Hand geht es den eisigen Weg zur Schule. Lesen kann man die Zeitung ja sowieso nicht, es ist zu dunkel. Und zu kalt. Denn ohne Handschuhe geht am morgen gar nichts. Und mit Handschuhen kann man das Umblättern eh vergessen. Also verschieben wir die Zeitung auf später und wandeln zur Schule (gehen wäre falsch, denn der Zustand erlaubt es, möglichst wenig wahrzunehmen).

In der Schule ist es dann entscheidend. Das Wachsein oder Nichtwachsein ist entscheidend. Nach wenigen Stunden Schlaf will der Körper manchmal nicht unbedingt mehr das tun, was der Geist will. Und irgendwann ist dann auch die Schule fertig, man geht den Eisweg zum Bahnhof zurück, sitzt in den Zug und fährt einmal mehr Richtung Wochenende. Aber eben erst in Richtung Wochenende. Wäre ja zu schön, wenn morgen schon Samstag wär.

Und zu Hause muss alles zusammen wieder ins Zeitmanagement passen und ich merks, ich habs seit ein paar Wochen nicht mehr in der Griff mit der Zeit. Das erklärt dann auch, warum ich zu spät penne, zu früh aufstehe, zu viel Schule hab, zu müde bin und manchmal einfach keine Lust auf nichts habe. Aber manchmal bin ich übrigens auch fit. Echt!

Gruss,
Michael

Es valentint auf der ganzen Welt. Oder wie war das nochmals?

Geschrieben am 14.02.2010 um 14:36 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Life.


Foto gefunden auf pixelio von Kurt F. Domnik.

Wenn Menschen einander Dinge schenken, ist das eine tolle Sache, die bestimmt jeder zu schätzen weiss. Denn worüber freut man sich mehr, als über ein kleines Geschenk, mit dem man dem anderen seine Zuneigung zeigt, zeigt dass die andere Person für wichtig im eigenen Leben ist. Wäre ich nicht wieder single, hätte ich wohl wahrscheinlich auch eine Rose verschenkt, denn an unserer Schule gibt es einen Rosentag, der von der Schülerorganisation organisiert wird (huch, da bin ich ja selber dabei – hätte meine Rose dann also auch selber verschenkt?).

Der Valentinstag ist dabei für viele Leute eine Gelegenheit, wo sie dem Partner wieder einmal etwas schenken – meist eine Rose oder sonst eine Blume. Verschiedenste Unternehmen wittern dadurch das grosse Geschäft an diesen Tagen, senden auch Blumen direkt nach Hause, verkaufen Dinge etwas günstiger mit einem Valentinsrabatt, machen Valentinsangebote und vieles mehr. Aus einer Tradition mit Legende wird also, wie bei vielen Feiertagen, wieder einmal das grosse Geschäft daraus gemacht.

Aber schauen wir doch kurz etwas in die Geschichte und Traditionen des Valentinstages. Habt ihr gewusst, dass wir mit dem 14. Februar eigentlich einen Tag feiern, an welchem Valentin (laut einer Legende) aufgrund seines christlichen Glaubens enthauptet wurde? Zuvor hatte Valentin einige Verliebte getraut, unter anderem auch Soldaten, die laut des kaiserlichen Befehls unverheiratet hätten bleiben müssen. Ein wichtiges Detail war, dass er den frisch verheirateten nach der Trauung Blumen aus seinem Garten geschenkt hat.
Diese Legende wurde mit einer anderen Legende vermischt (eine römische Legende, wo man ein Orakel für die richtige Partnerwahl abholte) und floss dann auch in unsere Gesellschaft.

Auch interessant sind die verschiedenen Bräuche und Traditionen rund um den Valentinstag. So beschenken in Japan Frauen ihre Ehemänner, Chefs, Kollegen, usw. mit Schokolade. Einen Monat später, am White Day, dürfen sie dann im Gegenzug auf weisse Schokolade hoffen. So können junge Männer am 14. März dann das Geschenk der Frauen in Form von Schokolade am Valentinstag erwidern. Witzig: In Südkorea gibt es neben dem Valentinstag und dem White Day auch noch den Black Day (am 14. April), an welchem diejenigen, die an den anderen Tagen leer ausgingen Nudeln mit einer schwarzen Sauce essen (man nennt es «Jajangmyeon») und damit ihre Trauer bezeugen.
Übrigens wird der Valentinstag in Brasilien erst am 12. Juni gefeiert.

Tja, andere Länder, andere Sitten und Traditionen. Ich finde das immer wieder spannend.

Bei all den schönen Traditionen und Geschenken finde ich aber immernoch, dass das schönste Geschenk nicht an einem solchen Tag stattfindet und auch nicht an einem Geburtstag, Weihnachten, etc. Am meisten Freude bereitet es einem doch, wenn man unter dem Jahr einfach spontan etwas geschenkt erhält. Wenn man es nicht erwartet.

Wann hast du das letzte mal spontan, ohne einen solchen Grund etwas verschenkt?

Gruss,
Michael

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Ehrlich und direkt

Geschrieben am 13.02.2010 um 16:09 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Life.

Wer sich jetzt fragt, was das Bild mit dem Titel und dem Beitrag zu tun hat, der muss sich erstmal keine Sorgen machen. Die Personen muss man nicht kennen und sie sind eigentlich auch nicht relevant. Aber für den Beitrag mögen sie doch irgendwie passend sein. Ihr werdet sehen.

Ehrlich und direkt. Dies ist eine Kombination, von welcher manche behaupten, sie sei toll. Man schätzt es, wenn jemand ehrlich ist und man mag es vielleicht nicht so wirklich, wenn jemand immer nur um den heissen Brei rumspricht. Es sollte auch gerne einmal etwas direkt sein. Doch in Wirklichkeit ist es IMHO* doch so, dass es nur wenig Menschen gibt, die dann auch wirklich damit umgehen können, wenn man ehrlich und direkt zu ihnen ist. Die Kombination verträgt sich einfach nicht gut und schnell ist man ein Arsch, der doch nur immer Scheisse labert (überspitzt formuliert).

Und genau da liegt der Punkt. Man sagt zwar schnell einmal, Ehrlichkeit und so sei einem wiirklich wichtig, jedoch kann man meistens doch nicht so gut damit umgehen, wenn diese Aussagen auch mal kritisch sind. Wer also direkt sagt, was er denkt und dabei auch noch etwas kritisiert, hat meistens schlechte Karten. Unsere Welt, oder besser gesagt unsere Gesellschaft ist einfach nicht wirklich darauf ausgelegt, dass man solche Dinge hören will. Man will nicht wirklich wissen, was der andere tatsächlich von einem denkt. Man will positiv denken. Es soll einem gut gehen. Man soll immer möglich gute Laune haben. Man soll sich nicht unbedingt etwas anmerken lassen, wenn es einem nicht so gut geht. Denn man hört in den Medien schon genug von Hass, Gewalt und Krieg, also möchte man es wenigstens im eigenen Leben gut und lustig haben – am besten non-stop.

Ich selber bin vielleicht auch eher von der Sorte Mensch, die gerne einmal dem anderen etwas direkt und unverblümt ins Gesicht sagt. Wenn der Mut dazu da ist und die Situation es mindestens noch halbwegs zulässt, wirds halt gesagt. Doch schnell wird dann auch ein Kommentar mal falsch aufgefasst, schnell kommt etwas in den falschen Hals und man nimmt es persönlich. Und ja, so sind wir nun mal. Uns geht es gut, solange man uns nicht gleich das sagt, was man wirklich denkt. Vieles wird einfach schöngeredet, als «nicht so schlimm» abgetan, herabgestuft und verdrängt. Ist das wirklich notwendig? Denn gerade mit Kritik und direkten Aussagen solllte man doch umgehen können. Diese Aussagen bringen einem nämlich wirklich am meisten. Man kann sich zum Beispiel so anpassen  (ja, manchmal muss man sich selber anpassen), so dass es beim Zusammenleben mit anderen Menschen einfach besser passt. So dass man besser miteinander auskommt.
Jedoch ist die richtige Auffasung ein Punkt, bei dem viele Menschen, ich eingeschlossen, ab und zu (mal mehr oder mal weniger) Mühe haben. Denn genau das Problem, dass man etwas zu persönlich nimmt, ist hier entscheidend. Häufig meint es das Gegenüber, das eine direkte und ehrliche Aussage macht, nicht beleidigend. Klar gibt es auch solche Fälle, aber meistens sind solche Aussagen sind genau dazu da, um «zu lernen».

Persönlich denke ich, dass gerade die Kombination von Ehrlichkeit und Direktheit in einer Beziehung wichtig, aber schwierig ist. Denn man sollte manchmal einen Mittelweg einschlagen. Wer zu direkt ist, der geht eben das Risiko ein, jemanden zu verletzen. Doch in einer Beziehung muss man ehrlich sein und auch sagen, was man denkt. Eine Beziehung ist auch etwas, wo sich beide anpassen müssen, damit das Zusammenleben auch angenehm ist, sonst kann es schnell zu einem Auseinanderleben von beiden kommen. Doch haben es Menschen, die sehr direkt sind (und sagen, was sie denken), wahrscheinlich meist schwerer als solche, die etwas verblümter sind.

Bei all den Gedanken, die ich hier jetzt in Textform gefasst habe, darf ich aber eines nicht vergessen. Direkt zu sein mag vielleicht gut sein. Aber manchmal passt es einfach nicht. Das wäre dann wieder ein Punkt; das Abschätzen, wann es angebracht ist, direkt zu sein und wann nicht. Doch schlussendlich kann man sich selber meist nicht gross verändern, wenn es um dieses Thema geht. Jeder Mensch hat so seine Art und ein Teil davon ist bestimmt auch anerzogen. So etwas zu verändern braucht viel Zeit und ist wahrscheinlich auch etwas, was sich im Laufe eines Lebens langsam verändert, wenn überhaupt.

Gruss,
Michael


*Was bedeutet IMHO? In My Humble Opinion = meiner bescheidenen Meinung nach.

Schneeangstgesellschaft

Geschrieben am 12.02.2010 um 13:36 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Life, Quatschstory.

Irgendwie ist es schon witzig zu beobachten. Im Winter schneit es nun mal (ja, echt!). Manchmal schmelzt er auch kurz wieder und dann freue ich mich praktisch immer darüber, denn ich mag den Schnee nicht besonders. Dies hat auch seinen Grund; ich habe am morgen jeweils keine Lust auf eine Rutschpartie, weil es zum Bahnhof runter geht und mein Bike… naja, mal neue Bremsen benötigt. Ich schaffe es jedoch meistens trotzdem, so spät dran zu sein, dass ich doch mit dem Bike zum Bahnhof fahre.

Doch zurück zur eigentilchen Geschichte. Denn was mir immer wieder auffällt sind einige Jugendliche und ihre Eltern. Kaum hat es auch nur einige Zentimeter geschneit (uiuiui), kann das Kind natürlich nicht mehr zu Fuss oder mit dem Fahrrad zum Bahnhof gehen, denn es ist ja so gefährlich! Und das gilt auch am Nachmittag, wenn es noch schön hell ist. Man will sein liebstes Kind doch nicht durch den gefährlichen, weissen, kalten Neuschnee waten lassen. Möglicherweise werden da ja sogar noch die Füsse nass und kalt!
Nun, bei viel Schnee könnte ich es ja noch verstehen, aber bei diesen Bedingungen ist es echt kein Problem, selber nach Hause zu gehen und es sieht einfach nur lächerlich aus, wenn das Kind ins Auto zur Mutter einsteigt (wohlgemerkt meist ein (vielleicht noch geleastets) Bonzenauto) und nach Hause chauffiert wird.

Ist es denn heutzutage nicht einmal mehr möglich, etwas Eigenverantwortung zu übernehmen? Das Mädchen, oder besser eine “junge Erwachsene”, kann ganz gut auf sich selber aufpassen. Zudem tut etwas Bewegung auch gut und man kann ja, wenn man nicht gerade so chaotisch drauf ist wie ich, auch mal zu Fuss gehen oder sonst mit dem Fahrrad.

Was ich auch schnell mal beobachte ist, dass es am Uzwiler Bahnhof immer etwas die gleichen Leute sind, die von Taxi Mami nach Hause befördert werden. Und zwar nicht nur bei Schnee. Regen kann die Frisur ruinieren und ist (oh Schreck) sogar nass! Da müssen natürlich einschneidende Massnahmen ergriffen werden und der Offroader mit getönter Verglasung und Scheibenwischer kommt zum Einsatz.
So kommt auch die kleine Verwöhnte nach Hause. Ohne sich zu bewegen, ohne nass zu werden, ohne eine noch so kleine Gefahr und Verantwortung zu riskieren.

In diesem Sinne, passt auf euch auf ;-) Man munkelt, es würde wieder einmal schneien oder regnen!

Gruss,
Michael

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