Die Liebesillusion
Geschrieben am 19.12.2010 um 11:29 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Life, Quatschstory.

Bild von flickr-User nattu
Am Anfang steht die Begegnung. Aus einer Begegnung entsteht ein Blickkontakt, ein Gespräch. Es kommt zum Wiedersehen.
Aus einem Wiedersehen wird ein nahes Kennenlernen und es ist da, man spürt es. Es ist magisch. Man nähert sich, aus einer Annäherung wird eine scheue Berührung, aus einer Berührung folgt die Vereinung zweier Hände. Da ist ein Kuss nicht weit. Aus dem zärtlichen Kuss wird ein leidernschaftlicher Kuss, aus dem Zungenkuss ein langer Abend und aus dem langen Abend entsteht eine Beziehung.
Das Spiel scheint sich zu wiederholen, es wird viel geredet, es wird viel geküsst, man ist sich nah. Man kommt sich immer näher. Aus Nähe wird Geborgenheit und Vertrauen, aus Geborgenheit und Vertrauen entsteht ein Band der Illusion, man nennt es auch die Liebe, die Liebe, bei der man meint, es gäbe nur genau diesen Moment, diese Beziehung. Man meint die Beziehung hält für immer.
Und ja, aus dieser Mischung von Vertrauen, Nähe und Illusion entsteht Sex und daraus entsteht im Normalfall nichts, ausser vielleicht mehr Sex. Vielleicht zerbricht die Illusion, vielleicht bleibt sie jedoch bestehen. Und falls sie wirklich standhält, wird daraus vielleicht eine Hochzeit. Aus der Hochzeit werden vielleicht Kinder, die schreien, gefüttert werden wollen und einen 24 Stunden die Woche beschäftigen. Die Kinder wollen die Welt entdecken, ihre eigenen Erfahrungen machen. Ihre Neugier bringt sie in jugendlichen Jahren zur ersten Beziehung und das Spiel beginnt von vorn.
Spielst du mit?






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Kommentar von klaeui — 19. Dezember 2010, 13:07
nennt man das nicht auch “teufelskreis” :p
Kommentar von Michael Eugster — 19. Dezember 2010, 13:08
«chame mache» ;-P
Kommentar von Tom — 19. Dezember 2010, 14:12
Sorry..ich mag deine Beiträge normalerweise sehr gerne… aber das ist glaubs die am frustriertesten klingende Beschreibung der Liebe die ich jemals gelesen habe…
Was ist passiert dass du so ein Ansicht zur Liebe entwickelt hast?
Kommentar von Michael Eugster — 19. Dezember 2010, 14:54
@Tom: Der Beitrag ist mit einem schmerzhaften Augenzwinkern (wenn man dies so sagen kann) zu verstehen. Er zeigt nicht unbedingt ganz meine Vorstellung, aber meine vielleicht meine momentane Einstellung, weil ich Erfahrungen gemacht habe, die ich eigentlich nicht gleich wieder machen will. Der Beitrag lag eine Zeit lang in den Entwürfen und ich habe mich nun doch entschieden, ihn zu veröffentlichen.
Magst du dich an den Beitrag «Darum Single» erinnern? Der Kommentar von Miss(a) Unbekannt(a) zeigt, dass es sich vielleicht bei mir sehr schnell ändern kann.
Der Beitrag selber mag vielleicht etwas verstören, zum Nachdenken anregen, provozieren. Falls er das tut, dann hat er sein Ziel erreicht. Darum auch «schmerzhaftes Augenzwinkern».