Die zu ironische Welt
Geschrieben am 15.08.2010 um 14:05 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Life.
Sicher bin ich mir nicht, ob es intelligent war, diesen Beitrag zu veröffentlichen, denn wahrscheinlich erzielt er doch nicht ganz das, was er sollte. Aber ich konnte den Beitrag auch nicht einfach hier vergammeln lassen, hier ist er:
«Ironie. Versteht der Leser nie.» sagt schon Wikipedia und im echten Leben ist es manchmal genau gleich. Ironie muss man verstehen können. Doch die Ironie, die mir mein Leben manchmal gibt, gefällt mir nicht. Vielleicht kann ich zwar in 20 Jahren darüber lachen, wie ironisch mein Leben damals war, aber momentan habe ich echt genug von dieser Ironie.
Ist es nicht ironisch, dass ich immer dann meine ansprechendsten Beiträge verfasse, wenn mein Leben gerade so richtig scheisse läuft? Ist es nicht ironisch, dass ich bspw. auf Facebook eigentlich Mitleidskommentare bezügl. Beziehungsstatus künstlich finde und ich dann selber doch gleich 10 davon erhalte? Ist es nicht ironisch, dass ich am Tag, an welchem ich wieder single werde im Kino den lustigsten Film meines Lebens anschaue und (Achtung Lebensironie!) zwar im Kino, wo diese Beziehung begann – ohne Absicht? Ist es nicht ironisch, dass ich immer dann noch eins auf die Fresse kriege, wenn ich sowieso schon gestresst und kaputt bin? Ist es nicht ironisch, dass ich an einem Fest um sieben Uhr abends gehen möchte und schlussendlich zu morgendlichen Stunden zu Hause ankomme und keine Sekunde schlafe? Ist es nicht ironisch, dass mir meine besten Songs und Songtexte dann einfallen, wenn mein Leben in Scherben liegt? Ist es nicht ironisch, dass ich mittlerweile so viele krumme Dinge erlebt habe, dass ich ein Buch darüber schreiben könnte? Ist es nicht ironisch, dass wenn ich einen solchen Beitrag schreibe mehr Reaktionen kommen, als wenn ich einen «glücklichen Beitrag» schreibe? Und wenn wir schon dabei sind: Ist es nicht ironisch, dass gerade beim Schreiben dieses Beitrages die Sonne in mein Gesicht scheint? Ist es nicht ironisch, dass ich dann keinen Appetit habe, wenn es etwas zu essen gibt, was ich gut mag? Ist es nicht ironisch, dass ich manchmal vorwärts machen kann, wie ich will und schlussendlich doch nur zwei Schritte weiter bin?
Meine Welt ist echt zu ironisch, es nervt schon richtig.
Und ist es nicht ironisch, dass wir Menschen die negativen Dinge viel eher registrieren und uns daran nähren, anstatt uns länger an den tollen, schönen Dingen zu erfreuen?
Vielleicht ist es auch traurig. Für jeden Menschen mag dies wieder anders erscheinen.






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Kommentar von Sebastian Sailer — 15. August 2010, 14:31
Ich hoffe ich kränke dich nicht mit diesem Kommentar, das wäre sicherlich nicht meine Absicht. Ausserdam bin ich mir sicher dass sir das schon so ziehmlich jeder gesagt hat und du es schon garnicht mehr hören kannst. Also entschuldige ich mich jeztz schon für meinen Senf!
Es git da so einen Spruch: Wenn dir die Scheisse bis zum Hals steht, bloss nicht den Kopf hängen lassen.
Natürlich weiss ich dass das viel leichter gesagt als getan ist, wenn gerade alles gegen eine lauft, aber ich hoffe dass du den Glauben daran, dass es bald wieder aufwärts geht, nie verlierst. Denn das ist das, was ich in dem letzten Jahr im Wake Up von dir gelernt habe: Glauben. Glauben an das Glück, an die Zukunft. Und zwar auch an den finsternsten Tagen, oder wie du sagst, an den ironischsten.
Du weisst sicherlich dass wir immer für dich da sind und du jederzeit mit uns reden kannst, wenn es nötig ist!
Lg und Kopf hoch
Sebi
Kommentar von tinu — 15. August 2010, 19:37
Hallo Michi.
Du bist wahrscheinlich noch zu jung, um den Film “Amadeus”im Kino gesehen zu haben. Aber dort wird sehr schön gezeigt, dass Mozart die traurigen Stücke schrieb, wenn es im gut ging und die lustigsten Sachen, wenn er richtig in der Scheisse steckte. Das was du schreibst ist wohl einfach universell. Du baust dir in schlechten Momenten eine Welt auf, die dich erheitert, wenn es dir gut geht hingegen, bist du auch stark genug, die dunklen Seiten des Lebens zu betrachten.
Kommentar von kopfchaos — 16. August 2010, 10:31
….. wenn dir das leben zitronen gibt, so mach’ limonade daraus…..
Pingback von m_Blog » Inception::. — 29. August 2010, 14:44
[...] davon, dass das Leben mal wieder ironisch mit mir war, war der Abend köstlich, trotz Englischer Sprache und deutschen Untertiteln (war irgendwie gar [...]