Ich und Musik: ExLibris, Spotify, Brass… oder was?

Geschrieben am 29.11.2011 um 9:57 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Musik.

Stereoanlage

Ich liebe Musik. Das müsst ihr wissen. Musik war schon immer ein Bestandteil meines Lebens. Meine Eltern sind sehr musikalisch und von meiner Mutter habe ich wohl auch einige tolle Gene erhalten, die mir den Rhythmus ins Blut und recht gut klingende Stimmbänder spendiert haben. Leider habe ich die Mathe-Gene meines Vaters nicht erhalten, aber was soll man machen?

Etwas abgeschweift bin ich jetzt, aber das darf ich zum Glück auf meinem Blog tun. Vor einigen Tagen wurde der Dienst Spotify in der Schweiz gestartet. Gratis Musik streamen und ab und zu etwas Werbung hören – das ist mal eine Ansage. Und aus Gründen schlägt Spotify auch Simfy. Nun hat BlogginTom die Kritik und These geäussert, dass Spotify anscheinend den Musikern extrem wenig zahlt, wenn man die Entschädigung pro Stream mit anderen Verkaufsmethoden vergleicht. Die hier verlinkte Grafik bringt die Grössen etwas näher.

Auf den ersten Blick mag die These ganz plausibel und logisch zu sein. Spotify zahlt den Künstlern sehr wenig und das ist ne Sauerei. Moment mal! Wenn man jedoch noch einmal hinschaut, werden da Äpfel mit Birnen verglichen. Man kann Streams (werbefinanziert oder via Premiumaccount-Kosten finanziert) nicht mit CD-Käufen oder iTunes-Downloads vergleichen. Da haben weltweit riesige Mengen an Nutzer die Möglichkeit, Songs zu hören und sie werden es auch tun. Das bringt dem Künstler Bekanntheit und dem Hörer kostenlosen Musikgenuss.

Was bringt das beispielsweise unseren Schweizer Künstlern, mag man sich fragen. Diese können nämlich niemals von diesen Verkäufen leben, auch nicht von iTunes Downloads oder den Verkäufen in den Plattenläden. Was wirklich Geld bringt, sind Merchandise und Gagen an Konzerten. Sonst muss man wirklich sehr bekannt und wenn möglich auch international erfolgreich sein.

Keyboard

Meiner Meinung nach ist Spotify eine Chance, um Musikern eine kleine Einnahmequelle zu bringe, aber auch um den Bekanntheit- und Beliebheitsgrad zu steigern. Man hört gerne einmal einen Künstler, den man vorher nicht kannte, weil es eben gratis ist. Und wenn man ihn wirklich cool findet, unterstützt man ihn (oder saugt seine Songs irgendwo runter, weil man Musiker nie unterstützen möchte und somit nie Umsatz für die Musikindustrie generieren würde).

Ich beispielsweise war begeistert von der Brass-Version, die Bligg von seinem bestehenden Album «Bart Aber Herzlich» herausgegeben hat. Ich wollte mir diese Deluxeversion unter dem Titel «Brass Aber Herzlich» kaufen! Dank Spotify hörte ich diese Musik überhaupt etwas genauer. Dass die Frau im ExLibris dann keine Ahnung hatte, wer Bligg ist und das Album nicht im Laden stehen hatte fand ich dann doch etwas seltsam. Dafür gehe ich eigentlich nicht in einen Laden, wo ich auf Beratung und Kundenbedienung zählen möchte. Ich hab das Album übrigens jetzt bei mir stehen und freue mich an dieser Deluxe-Version.

Brass Aber Herzlich Deluxe

Und staune darüber, wie lange dieser (kontroverse) Blogbeitrag geworden ist. Ihr dürft natürlich gerne das Thema zerreissen und eure eigene Meinung kundtun, dafür sind Blogs da. :)

AvatarDay 2011 – Seriös bis verrückt mit Fotokunscht

Geschrieben am 24.11.2011 um 21:43 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Fotografie, WWW.

AvatarDay 2011

Ja, da grinst er. Aber Pschhhht! Was er wohl damit meint. Und weshalb ist sein Gesicht schwarzweiss? Und seine Augen nicht? Und was soll das blaue Hemd?

Eigentlich egal. Gelobt sei die Bildbearbeitung. Doch bevor ich überhaupt ein Bild bearbeiten konnte, musste es ja entstehen. Dazu war ich am AvatarDay in St.Gallen, wo die Jungs von Fotokunscht.ch ihr Fotostudio öffneten, damit jeder kostenlos sein Profilbild bei einem kurzen Shooting erhalten konnte. Michi, bepackt mit Rasierschaum, Rasierer, Haarwachs, Hut, Sonnenbrille, Schal und einigen Ideen traf also im Fotostudio ein und liess Fotos von sich machen. Michi, das bin übrigens ich.

Die Ergebnisse lassen sich zeigen. Darum mache ich das auch:

AvatarDay Mix 1

Bildideen: Seriös vs. verpennt

AvatarDay Mix 2

Bildideen: Ich kann mich auch in der Luft entspannen vs. Lächelnd

Und so konnte ich meine verrückten Ideen auch realisieren. Es gab noch weitere Motive und viele Bilder, die ich euch aber vorenthalten möchte. Ha! (Okay, weil ihr schon bis hier gelesen habt, könnt ihr auch gerne den Link zu allen Fotos des AvatarDays haben).

Herzlichen Dank übrigens an pictura, die das schon zum dritten Mal aufgegleist hat. Hat Spass gemacht, wieder einmal Blogger, Twitterer (und auch Menschen ohne dieses Zeugs) zu treffen! Und dank Serge Bosshard durfte der AvatarDay dieses Jahr seine Premiere in St.Gallen feiern. Merci!

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AvatarDay: Gönn’ dir ein tolles Profilfoto

Geschrieben am 17.11.2011 um 23:26 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Fotografie.

Portrait

(cc) von Angelo auf Flickr

Es ist eine traurige Tatsache, dass es immer noch Leute auf dieser Welt gibt, die noch kein gutes Profibild besitzen. Nein, da sehe ich manchmal Selbstportraits, die einfach nur zum Heulen sind. Gehörst du etwa auch zur Gruppe der «Sich-vor-dem-Spiegel-selbst-Fotografierenden»? So wie dieses Mädchen, das ihr schlechtes Portrait sogar noch auf Flickr veröffentlich hat?

Bad Selfportrait

Symbolbild Selbstportrait (cc) von Bridget auf Flickr

Es ist höchster Bahnhof für ein gutes Profilbild für alle. Gelegenheit dazu gibts am AvatarDay! Dort habt ihr die Gelegenheit, in einem professionellen Fotostudio ein tolles Profilfoto für euren Facebook-, Twitter oder Wasweissich-Account schiessen lassen könnt! Und zwar gratis! Der AvatarDay findet in St.Gallen, Bern und in Zürich statt und bietet euch dieses kostenlose Vergnügen dank freiwilliger Arbeit von einigen Fotografen.

Mitbringen müsst ihr eigentlich nur euch selbst und vielleicht noch eine Fotoidee. Und schon habt ihr ein tolles Profilfoto, wie ich das letztes Jahr schon erhalten hab. Würd mich freuen, einige bekannte Gesichter dort zu sehen!

Ansonsten: Es geht übrigens natürlich nicht nur darum, schnellschnell ein Foto von sich schiessen zu lassen. Es ist durchaus auch erlaubt, miteinander zu reden und zusammen ein Bier zu trinken (oder auch einen kleinen Snack mitzubringen). Feel free to join! Ich werde in St.Gallen anzutreffen sein.

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Die Links zu den Events:

AvatarDay Facebook Fanpage

AvatarDay St.Gallen (Fotograf: Fotokunscht.ch)

AvatarDay Zürich (Fotograf: Georg Eberle)

AvatarDay Bern (Fotografin: Pictura)

«Grannies are for pwning noobs.» – Julian Smith

Geschrieben am 09.11.2011 um 9:30 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Film.

Grannies are for pwning noobs.

Freunde der Englischsprachigen Comedy. Hier ein neues, grossartiges Stück von Master «Julian Smith». Seine 95-jährige Grossmutter spielt in diesem Film mit. Da lohnt es sich zuzuschauen, wenn Julian versucht, ihr den Satzteil «for pwning noobs» beizubringen.

Wer etwas Englisch versteht und den entsprechenden Humor hat, wird mit diesem Video bestimmt gut bedient. Sonst überzeugt natürlich einmal mehr die professionelle Videoproduktion. Geniessts!

Wie die Wiler Zeitung entsteht – begleitet von der Kamera bei Tag und Nacht

Geschrieben am 04.11.2011 um 16:14 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Film, rausgepickt.

Wiler Zeitung

Es war eine der Erlebnisse und Gelegenheiten, die man nicht immer mal wieder hat. Fürs FürstenlandTV begleitete ich sozusagen die Entstehung der Wiler Zeitung von der Redaktion über den Druck bis zur Verteilung an die verschiedenen Haushälte. Hier in diesem Blogbeitrag möchte ich meine Erlebnisse, interessante Dinge und natürlich den Videobeitrag mit euch teilen.

Redaktion

Bewaffnet mit der Kamera begann ich auf der Redaktion der Wiler Zeitung in Wil mit den Dreharbeiten. Da der Videobeitrag nur wenige Minuten sollte, konnte ich natürlich nicht alle Details mit reinnehmen. Hier erläutere ich es etwas ausführlicher:

Auf der Redaktion entstehen die Beiträge, die man am nächsten (oder übernächsten) Tag in der Zeitung liest. Dazu gibt es jeden Morgen eine Telefonkonferenz, Themen werden zugeteilt, man spricht sich ab, man reist an die verschiedenen Orte und macht sich Notizen, sammelt Informationen, macht Bilder.

Vollbepackt mit den Informationen kommt der Journalist an seinen Arbeitsplatz und schreibt den Artikel. Hierzu gehören verschiedene Prozesse, die ich hier nicht ausführlicher aufführe. Ist der Text ready, werden die Seiten bei einer Blattkritik besprochen. Fehler und Kritik der Mitarbeiter fliessen hier natürlich ein. Die fertigen Artikel werden anschliessend an ein Korrektorat gesendet, welche den Text sowohl inhaltlich als auch formal (Rechtschreibung, Absätze, etc.) prüfen. Bilder werden für den Druck nachbearbeitet und für den Druck optimiert. Erst, wenn alles perfekt ist, werden die Druckdaten ins Tagblatt Druckzentrum nach Winkeln gesendet.

Druckzentrum

Im Druckzentrum kommen diese Daten auf dem Computer an und eine Maschine erstellt automatisch eine Druckplatte, die gleich vor Ort belichtet und entwickelt wird. Pro Seite werden vier Druckplatten belichtet, da man grundsätzlich mit vier Grundfarben CMYK (Cyan, Magenta, Yellow und den Schwarzanteil Key als Farbtiefe) druckt. Diese Platten setzen die Drucker in die Walzen der Druckmaschine ein.

Los geht der Druck! In einem Affentempo (tolles Wort, gell?) laufen die Papierbahnen über eine riesige Druckmaschine mit 6 Drucktürmen und 48 Druckwerken. Jetzt kommen übrigens einige Zahlen, die man vielleicht mehrmals durchlesen muss, bis man sie etwas verinnerlicht hat ;-). Zum Beispiel wie man von 6 Drucktürmen auf 48 Druckwerke kommt: Pro Turm kann man sozusagen ein Blatt bedrucken. Dazu braucht man die 4 Grundfarben und weil man beidseitig drucken möchte, braucht man diese Grundfarben gleich noch einmal. Das macht nach Adam Riese (4 + 4) x 6 = 48 Druckwerke.

Weiter Zahlen und Fakten zur Druckmaschine (darf man überspringen, ist aber ziemlich krass): Im Tagblatt Druckzentrum wird pro Jahr für alle Ausgaben des Tagblatts (nicht nur die Wiler Zeitung, sondern alle Regionen) 15’000 Tonnen Papier bedruckt. Eine riesige Menge! Dafür wird auch viel Farbe benötigt, denn pro Jahr wird 65 Tonnen Farbe auf Papier gedruckt. Und nochmals eine grosse Zahl: ca. 130 Mio. Zeitungsexemplare werden pro Jahr gedruckt.

Für die ~14’500 Exemplare der Wiler Zeitung braucht diese Maschine übrigens gerade einmal eine halbe Stunde:

Wiler Zeitung im Tagblatt Druckzentrum

Genug der Zahlen. Die fertig gedruckten und gefalteten Zeitungen werden entweder gleich weiter zum Versand geschleust (natürlich vollautomatisch) oder in ein Zwischenlager verfrachtet. Der Lokalteil der Wiler Zeitung wird beispielsweise zuerst gedruckt und auf riesigen Rollen aufgewickelt. Später, etwas nach 23.00 Uhr wird der Hauptteil und die Titelseite gedruckt, beide Teile zusammengeführt und in den Versand geschickt.

Die Zeitungen werden durch eine grosse Halle an einer Art Förderband aufgehängt und gelangen durch einen für den Betrachter ziemlich kompliziertes System an den richtigen Ort, wo die richtige Anzahl Zeitungen gebündelt und adressiert auf ein Förderband gelangen, wo sie dann (hier sogar mit Personal) sortiert werden. Ein Teil gelangt dann in die Lieferwägen und wird zum Beispiel von der Prisma verteilt, ein anderer Teil wird mit der Post geschickt.

Versand

Ganze Paletten von Zeitungen werden in die Lieferwagen gepackt. Dort wird nochmals umsortiert, damit die Fahrerin an den Depotstellen gleich die richtigen Bündel ausladen kann. Übrigens kann es hier beim Einladen zu Verspätungen kommen. Praktisch nie ist der Druck im Druckzentrum daran schuld, das klappt mittlerweile wie geschmiert (sie dürfen es ja auch täglich machen). Für Verspätungen sorgen meist externe, die noch den Tagi oder die NZZ ins Druckzentrum. Diese werden nämlich auch gleich mit der Wiler Zeitung ausgetragen. Ungefähr um 2.30 am Morgen fährt der beladene Lieferwagen ab – in meinem Fall in Richtung Bichwil.

Verteilung

In Bichwil angekommen lädt die Fahrerin die Zeitungen an einer sogenannten Depotstelle ab. Dort werden Zeitungen geschützt vor Wind und Wetter abgeladen, damit der Verträger diese vor Ort an die Briefkasten verteilen kann. Bis 6.30 müssen übrigens alle Zeitungen verteilt sein (ein harter Job, wenn man die Arbeitszeiten und auch jedes mögliche Wetter bedenkt). Für mich endete die Reise mit der Zeitung vor den ersten Briefkästen in Bichwil, etwas nach 3.00 Uhr. Nach einem Arbeitstag und anschliessend nochmals einer von ca. 21.30 bis ca. 4.00 Uhr am Morgen war ich dann doch froh, mich in mein Bett legen zu können. Und alle Freunde der Printzeitung durften auch an diesem Donnerstagmorgen bereits pünktlich ihre Zeitung lesen. Dass so viel Aufwand dahinter steckt (und ich habe noch längst nicht alle Details niedergeschrieben), merkt man dann eigentlich nicht.

Videobeitrag

Und hier ist also nun mein vierminütiges Baby, wo ihr einen Eindruck dieser Arbeit erhält. Enjoy!


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