Ein Jahr als Videojournalist unterwegs – Fazit vom Praktikum

Veröffentlicht am: 02.08.12 | Aus dem Leben Film Tests & Reviews  | 11 Kommentare


Bild: Mario Fuchs

Läck, nun ist das Jahr bereits vorbei. Am 10. Juli habe ich damals berichtet, dass ich ein Praktikum beginnen werde, nun ist es bereits zu Ende. Hier möchte ich einige Erfahrungen und meine persönlichen Highlights niederschreiben, so dass man einen kleinen Eindruck von der Arbeit erhält, die ich dort ausgeübt habe.

Aller Anfang ist lernbar

Am Anfang des Praktikums musste noch einiges gerlent werden. Ich konnte zwar schon einige Erfahrungen im Filmbereich mitbringen, journalistisch hatte ich noch keine praktische Erfahrung. Die Kamera war schnell beherrscht (das notwendige technische Intersse brachte ich ja mit) und die Grundregeln im Videojournalismus auch bald mal kapiert. Glücklicherweise arbeiteten wir auf der Videoredaktion vom fürstenlandTV mit MacBook Pros, was den Workflow meiner Meinung nach positiv unterstützte. Mit Final Cut Pro verwendeten wir ein Programm, welches im Markt bekannt und etabliert ist. Für unsere Videobeiträge brauchen wir jedoch nur eine kleine Bandbreite der riesigen Funktionsvielfalt des Programmes, entsprechend schnell waren bei mir dann auch die Tastenkombinationen intus.

Erfahrungen in verschiedenen Bereichen

Die Haupttätigkeit währenad des Praktikums war ganz klar das erstellen von Videobeiträgen für das Videoportal FürstenlandTV. Damit ich nie mehr erklären muss, was ein Videojournalist macht, könnt ihr das jetzt hier lesen:

Vorbereitung: Für einen gelungenen Videobeitrag muss man sich auch vorbereiten. Im Vorfeld informiert sich ein Videojournalist durch Pressemitteilungen, Internet oder die angegebenen Kontakte (also auch via Telefon, Mail, etc.). Je nach Art des Beitrages ist es möglich, sich bereits im Vorfeld Interviewfragen zu notieren und den groben Ablauf, gar die Sequenzen, die man filmen möchte, niederzuschreiben.

Videomaterial aufnehmen: In diesem Schritt liegt die Haupttätigkeit eines Videjournalists. Man reist zum Ort (und liebe angehenden VJs: macht die Autoprüfung – ich wär froh darum gewesen), erstellt Videoaufnahmen aus verschiedensten Perspektiven und Winkeln, so dass die Stimmung wahrheitsgetreu wiedergegeben werden kann. Dabei muss der Zuschauer stets auch einen Überblick über den ganzen Ort erhalten, Detailaufnahmen sind für einen schönen Filmschnitt unabdingbar. Vor Ort werden meist 2-3 verschiedene Leute interviewt (kann variieren).

Schnitt und Sprechertext: Anschliessend wird das aufgenommene Videomaterial geschnitten. Wir konnten dies auch unterwegs oder zu Hause tun, dank leistungsstarken MacBook Pros waren wir nicht ortgebunden. Ein Sprechertext wird geschrieben und gesprochen, der Beitrag wird geschnitten und fertiggestellt. Je nach Firma werden alle diese Schritte übrigens auch von unterschiedlichen Personen durchgeführt.

Dies macht ein Videojournalist. Beim FürstenlandTV als kleineres WebTV hatte ich das Glück, alle diese Arbeiten durchführen zu können. Man lernt also die ganze Bandbreite.

Kontakte knüpfen, andere Tätigkeiten

Wer sich in diesem Beruf etwas Mühe gibt, lernt verschiedenste Leute aus diversen Bereichen kennen. Oft macht man ja auch mit wichtigen oder einflussreichen Leuten Interviews und kann sich da bei Gelegenheit auch wertvolle Kontakte knüpfen. Gerade an der riga12 (eine regionale Messe, an welcher wir präsent waren) betrieben wir quasi automatisch auch etwas Networking, währenddem wir über die Geschehnisse berichteten.
Im Zuge dieser Messe konnte ich auch Erfahrungen im Bereich Animation (mit Motion von Apple) von Filmen sammeln, da ein Trailer als Vorspann her musste. Dazu kamen kleinere Arbeiten mit InDesign, Photoshop, etc.

Fazit

Es war rückblickend die richtige Entscheidung, dieses Praktikum anzupacken. Das Jahr war wertvoll für mich, auch wenn ich vielleicht auch zeitweise nicht topmotiviert war, was sich aber wieder legte. Auch weiss ich nun, dass ich unbedingt in diesem Bereich weiterarbeiten möchte. Das Filmvirus hat mich gepackt! Weniger journalistisch, dafür mehr in Richtung Werbung und Kunst möchte ich bewegte Bilder zu meinen Tätigkeiten zählen. Wo mich mein Leben noch hinbringt ist noch offen – da bin ich mindestens so gespannt wie ihr es vielleicht auch seid.

Highlights

Aus den vielen Beiträgen, die ich realisiert habe, sind mir folgende Beiträge am meisten geblieben:

Von der Redaktion bis in den Briefkasten: Das wohl beindruckendste Erlebnis war er Dreh dieses Beitrages. Da habe ich ja bereits darüber gebloggt.

«altbooken», Notizbücher mit Charme: Ein unglaublich kreativer Mensch mit einer genialen Idee. Auch über die Notizbüchlein altbooken habe ich gebloggt.

neckless tauft Zweitling «perfusion»: Da musste ich ja schon fast dabei sein, wenn mein Bruder die neue Platte tauft. Oder?

Bye bye, japanischer Kantischüler: Da lernt ein Japanischer Austauschschüler mal eben in ein paar Monaten Deutsch. Echt stark!

Wiler Tüüfel: Unterwegs mit der «Suublotere»: Ich als Nicht-Fasnächtler begleitete einen ganzen Tag die Wiler Tüüfel. Jetzt habe ich zwar genug Fasnacht für ein paar Jahre, aber es war doch interessant, einen Einblick in ihre Traditionen und Leidenschaft zu erhalten.

Laura Boldo, das junge Gesangstalent: Wow, das war wirklich stark. Am jazzin entdeckt, wusste ich sofort, dass ich diese Stimme aus Flawil portraitieren muss. Reinhören lohnt sich!

Schnelle Modellautos im Renncenter Uzwil: Gewusst, dass Uzwil ein kleines Paradies für grosse Jungs mit kleinen Autos bietet?

Jugendlager auf hoher See: Einer meiner ersten Beiträge, die ich realisieren durfte. Das Lager war für mich auch prägend.

jazzin: Talente, Frauenpower und starke Töne: Hier habe ich eben Laura Boldo das erste mal auf der Bühne gehört. Ein Abend voller toller Musik am jazzin.

Kult Day: Das grosse Open Air im kleinen Oberuzwil: Das kultige Open Air in Oberuzwil war ein Genuss. Es findet übrigens dieses Jahr eine weitere Ausgabe davon statt!

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