Erfahrungebericht: Ein Monat mit Android und Wiko

Veröffentlicht am: 03.06.16 | Apple rausgepickt Review Technische Geräte und so  | 8 Kommentare

Schon länger habe ich mir gesagt, dass ich mir neben iOS auch endlich Android ausführlich anschauen muss. Und zwar so, dass ich es wirklich regelmässig im Alltag verwende. Nicht gedacht hätte ich, dass mir das schneller als erwartet unfreiwillig passiert. Ein Erfahrungsbericht mit einer kleinen Odyssee…

Es ist März. Leider hat sich der Akku meines iPhone 6 schon etwas länger dazu entschieden, nicht mehr Freund von mir zu sein: Er hielt auch bei sehr moderater Nutzung kaum einen Tag, so dass ich das Gerät teilweise bereits am Mittag mit ca. 30% Ladezustand ans Kabel hängen musste. Bei Temperaturen um 5 Grad (also innerhalb der normalen Betriebsstemperatur) schaltete sich das Gerät zudem häufig spontan mal aus, obwohl die Akkuanzeige noch zwischen 40 bis 60% anzeigte.

Das iPhone am Akku

Nun gut. Als erstes den Fehler bei sich selber suchen und mal googlen. «iPhone 6 Battery Problems». Ich versuche mein iPhone so lange laufen zu lassen, bis es sich ausschaltet, um es dann ausgeschaltet vollständig aufzuladen. Damit soll zumindest die Prozentanzeige wieder genauer sein. Bringt nichts. Ich setze das iPhone ohne Backup zurück. Keine Besserung. Ich spiele also das Backup wieder ein. Ich deinstalliere Facebook und den Messenger, melde mich von WhatsApp Web ab. Bringt nichts.

Das kann nicht sein, dachte ich mir. In einem mobilezone Shop in Uzwil fragte ich nach, was ich tun soll, worauf ich auf das Express-Reparaturzentrum hingewiesen wurde (fällt ein erkannter Defekt unter Garantie, wird das Gerät sofort ausgetauscht). Ich ging also weiter in die AFG-Arena und liess mein Gerät dort analysieren. Alles in Ordnung mir der Hardware, meinte der zuständige Mitarbeiter nach einer 20-minütigen Analyse. Aber er könne sonst mein Gerät auf die Werkeinstellung zurücksetzen. Als ob ich das nicht bereits gemacht hätte. Ich weiss, wie man iTunes bedient und lehnte dankend ab. Ich wartete erst mal ab, da ich gerade Besseres zu tun hatte. Ich kontaktierte den mobilezone-Support auf twitter, wo ich bis heute auf eine Antwort warte. 🤔

Ich schrieb also ein Mail an den mobilezone Support, der mir eine Standardantwort lieferte, aber nicht wirklich eine sinnvolle Antwort auf mein Problem geben kann. Man sollte den KV-Lehrling keine Supportmails beantworten lassen… Hätte er mein Mail nämlich durchgelesen, hätte er gemerkt, dass ich bereits in einem Express-Repair Center war.

Auch hier hat mir mobilezone bis jetzt keine Antwort gegeben. Ich schrieb noch dem Apple Support meinem Problem und fragte in einem Store nach, um zu erfahren, dass ich das nächste Mal mein iPhone besser direkt bei Apple kaufen sollte, da ich dann nämlich 2 Jahre bei Apple garantie geniesse und nicht nur eines. Hätte ich das gemacht, hätte ich bereits ein neus Gerät in der Hand, denn mein Akkuproblem sei bekannt und nicht normal; sprich von der Garantie abgedeckt. Ich müsse aber leider die Garantie bei meinem Verkäufer nutzen.

Tja, zurück bei mobilezone in Uzwil: Mein iPhone muss eingeschickt werden, man kann mir für gar nichts garantieren, es wird zwei bis drei Wochen dauern und ein Ersatzgerät gibt’s leider auch nicht («sorry, mir händ leider grad gar nüt do…»). Aus diesem Grund habe ich mein per Zufall zuvor gewonnenes Wiko Fever 4G als Ersatzgerät verwendet.

iPhone 6 vs. Wiko Fever 4G

Meine Android-Erfahrungen

Mein Wiko kam mit Lollipop 5.1. Und ich muss zugeben: Android hat sich in den letzten Jahren «gemacht». Was vorher noch der pubertierende Teenager der mobilen Betriebssysteme war, ist nun erwachsen. Doch leider hat Android auch einige Dinge aus seiner Vergangenheit mitgenommen, die aus meiner Sicht das User-Erlebnis ziemlich vermiesen.

App-Bedienungskonzepte

Mein Eindruck ist, dass Google die ganze Sache mit den Design-Richtlinien bei Anwendungen von Drittanbietern verpennt hat. Das versucht man zwar mit den Material Design Guidelines nachzuholen, aber was bleibt, sind massenhaft viele Apps, die alle ihre ganz eigene Meinung von Bedienungskonzepten durchboxen wollen. Das ist alles extrem inkonsistent und nervt! Mal kann man vom Bildschirmrand swipen, um das Menu erscheinen zu lassen, mal nicht. Mal kommt man durch swipen zurück. Und auch das ein- und ausschalten von Optionen in den Einstellungen von Apps ist mal mit Knöpfen, mal mit Häkchen, mal mit Slidern. Das Menu ist mal oben links, mal unten links, mal oben rechts – aber häufig genau so, dass ich die App nicht mit einer Hand bedienen konnte. Ironischerweise war eine Anwendung, die das sehr gut gemäss Material Design gemacht hat ausgerechnet Apple Music.

iPhone 6 vs. Wiko Fever 4G

Das Wiko Fever 4G im Alltag

Zumindest designmässig versucht das Telefon der Franzosen ans iPhone anzulehnen. Doch mal ganz ehrlich: Unter der Haube fehlt’s an Power. Im Alltag war das Telefon schwerfällig, bot mir leider nicht das neuste Android-Betriebsystem (ein Update soll im Sommer kommen…) und machte einfach keinen Spass. Das Aufladen des Akkus dauerte eeeeeewig. Ruckelfrei gamen? Vergiss es! Schöne Fotos machen, ohne die Studiobeleuchtung mitzunehmen: Schön wärs. Und dass mir mein Telefon beim Öffnen von Snapchat oder Instagram sagt, dass die Kamera nicht geöffnet werden kann und ich doch mein Gerät neu starten soll, ist einfach nur lachhaft. Ob das nun ein Android-Bug oder einfach nur schlechte Hardware ist, weiss ich nicht.

Fest steht, dass das Smartphone für seinen eher tiefen Preis auch ziemlich das bietet, was man erwarten kann: Nicht viel, aber für den Preis ist es in Ordnung.

Wiko Fever 4G mit Android Lollipop

Was iOS von Android lernen kann

Bevor ich zu einem Fazit komme, möchte ich aber auch noch einige Punkte ansprechen, die Apple bitte von Android lernen soll.

Tiefere Integration von App-Erweiterungen: Mit Android kann ich meinen Passwort-Manager LastPass installieren und anschliessend in allen Anwendungen meine Logindaten einfügen. Das ist grossartig, das macht Spass.

Personalisierter Homescreen: Momentan kann man unter iOS genau eines mit dem Homescreen machen: Apps anordnen, wenns hoch kommt sogar in Ordnern.

Habe ich was vergessen? Was sollte iOS sonst noch lernen, was Android schon kann?

Fazit und Happy End

Beinahe ein Monat, nachdem ich mein Telefon bei mobilezone eingeschickt habe, bekam ich endlich die Nachricht, dass es nun im Shop bereit liegt. Erneut zeigt sich die Ironie meiner Bemühungen: Obwohl mir gesagt wurde, dass die Hardware in Ordnung sei, wurde das Gerät komplett auf Garantie ausgetauscht. Ich kann also nun bloss noch über die laaaange Wartezeit, den inkompetenten Service im Vorfeld und das fehlende Ersatzgerät meckern. Und das nächste Mal das Gerät einfach direkt bei Apple kaufen und mir einigen Ärger ersparen.

Und zu Android: Ich bin der Meinung, dass man sehr gut mit diesem Betriebssystem arbeiten kann. Es wirkt auf mich aber noch viel handgestrickter und mit der Hardware des Wiko Fever 4G alles andere als flüssig oder intuitiv. Man gewöhnt sich aber schnell an Googles Software. Trotz allem bin ich jetzt froh, wieder mit iOS arbeiten zu können, wo die Bedienungskonzepte logisch und die Twitter-Clients dank Tweetbot brauchbar sind.

 

Worauf schwört ihr? Welche Erfahrungen habt ihr mit iOS, Android oder vielleicht einem Windows Phone gemacht? Hinterlasst einen Kommentar!

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  • Klar kommt ein 200CHF Budget-Handy nicht gegen ein 700CHF Premium-Handy nicht an. 🙄

    Schön in iOS wäre:

    – Notification LED
    – Lockscreen Message

    Wollen wir mal tauschen? :p

  • Klar, da hast du recht. Aus diesem Grund habe ich ja auch vor allem aufs Betriebsystem geschaut und mehr meine Eindrücke als sonst-iPhone-User geteilt.

    – Notification LED: Gibt’s bereits! Kann man unter Einstellungen ➡️ Allgemein ➡️ Hören ➡️ LED-Blitz bei Hinweisen aktivieren. Dann wird der iPhone-Blitz bei Benachrichtigungen verwendet.

    – Lockscreen Message: Was meinst du damit?

    Tauschen: Willst du mein Wiko mal ausprobieren? 😀

  • Logisch kenne ich den ultra-nervigen LED Blitz. Werde täglich davon geblendet. Das ist nicht der Sinn der Sache und hat auch nur eine Farbe. (Ausserdem befindet es sich in den (Seh-)Behindertenoptionen :p)

    Lockscreen Message: Bei mir steht Name und Zweitnummer auf dem Lockscreen. Kann man auf iOS nur mit Bildbearbeitung manuell machen.

    Nö, ich dachte eher ein richtiges Android Gerät ohne Schnickschnack gegen ein iPhone SE z.B. 😏

  • Genau aus dem Grund habe ich den LED-Blitz übrigens auch wieder deaktiviert. 😀 Eine Status-LED wie sie viele Android-Geräte haben, vermisse ich aber übrigens gar nicht.

    Lockscreen Message: Kannst du durch einen Notfallpass lösen, der immer angezeigt werden kann. Oder was wäre dein Verwendungszweck?

  • Jep bei Verlust. Krieg ich jetzt ein iPhone? Würd das schonmal gerne ausprobieren 😜

  • Bei Verlust kann man über iCloud einen Hinweis einblenden.

    Mein iPhone bekommst du auf jeden Fall nicht, habe mich schon genug mit Android rumgeärgert vorher. 😉

  • Matthias Schaetzle

    Ich habe von iPhone auf Android gewechselt. Mir ist Android sympatischer, es gefällt mir einfach besser. Ich kann das aber technisch nicht begründen.

  • Nun, der Wechsel kann ja auch aus ideellen Gründen gemacht werden; kann ich dann auch gut nachvollziehen.