Zu Fuss in Toronto #mmeastcoast

Veröffentlicht am: 06.12.16 | Reisen  | Keine Kommentare

Toronto Busfahrt

Quizfrage: Wie sieht Kanada zwischen Montréal und Toronto aus? Ich mag mich vor allem an lange, meist ziemlich gerade Strassen und viele Bäume und Grünflächen erinnern. Vor Beginn unserer langen Busfahrt wurden wir in flottem Tempo von unserer mazedonischen Gastmutter durch Montreal gefahren. Zwar ist unsere Lieblingsgastmutter Montréals nicht mehr ganz so schnell zu Fuss unterwegs – mit dem Auto macht sie den Unterschied wieder wett. Mit perfektem Timing trafen wir – natürlich nach einem ausgiebigen Mittagessen, man sollte ja nie hungrig reisen – bei unserem Bus ein.

 

Toronto als Video

Bevor dieses Mal der Text kommt, möchte ich gerne gleich den Videoclip zeigen, den ich für Boa Lingua produziert habe. Enjoy:

Ein holpriger Start

Es kam mir doch schon etwas komisch vor, dass unsere neue Gastfamilie nicht auf meine drei E-Mails (später dann: Sie antworte nicht auf Mails, denn «I just don’t like emails.» Ähä.) geantwortet hat und das Telefon bei mehreren Versuchen nicht abgenommen hat. Ich war jedoch optimistisch gestimmt. Als wir dann abends nach vielen Stunden Busfahrt und einer komplizierten Metro- und Regionalbusfahrt in Toronto müde an der Adresse ankamen, wurden wir als erstes von einem dunklen Haus begrüsst. Die Klingel funktionierte nicht, die Tür war geschlossen. Gut war der Nachbar da, der durch eine Seitentür ins Haus reinpfiff. Schlussendlich öffnete uns der müde Sohn der Gasteltern die Türe. Das Licht schalte er nicht ein, er wisse ja, wo er hingehen müsse. Und er gebe uns nicht die Hand, er sei erkältet.

Nicht unbedingt das, was wir uns nach Montréal als Gastfamilie erträumt hätten. Ein ziemliches Downgrade. Wir verliessen das unaufgeräumte Haus und holten uns eine Pizza. Wir waren uns einig, nur so lange wie notwendig im Haus zu sein und sonst besser Toronto zu erleben.

 

Der Öffentliche Verkehr in Toronto

ÖV in Toronto

Toronto ist eine ganze Nummer grösser als Montréal. Das ÖV-System ein ziemliches Chaos. Einige Dinge, die uns aufgefallen sind:

Ein Wochenkarte kann man immer nur mit Gültigkeit ab Montag kaufen. Halt ziemlich blöd, wenn man von Samstag bis Samstag dort ist. Dann muss man für das erste Wochenende nämlich entweder zwei Tagespässe kaufen (à 12 CAD) oder sogenannte Tokens kaufen. Tokens sind kleine Münzen mit dem TTC-Logo, die man für eine Fahrt nutzen kann. Man muss aber mindestens 3 Tokens kaufen. Wenn man mit TTC reist, muss man sich immer eine Zahlungsbestätigung holen: Ein kleines Zettelchen – «a transfer» genannt – als Bestätigung, dass man ein gültiges Ticket gekauft hat. Und kein Scherz: Die TTC hat sogar ein Youtube-Video gemacht, um ihr kompliziertes «Proof-of-Payment»-System zu erklären. Das Filmchen dauert mehr als fünf Minuten. Kein Wunder haben wir ab und zu sogar Einheimische fluchen gehört, wenn’s um die TTC ging.

Ach, und: Als Tourist ist die U-Bahn irgendwie blöd. Denn zwischen den einzelnen Station liegen viel weitere Distanzen, als man erwarten würde (unsere Füsse können ein Lied davon singen). Und wenn man nicht weiss, wo die Streetcars dann genau durchfahren, steigt man meist auch nicht ein. Und läuft dann halt lange. Trotz Weekly Card oder Proof-of-Payment. Deshalb passt der Titel des Blogbeitrages gut: Wir haben sehr viele Kilometer zu Fuss in Toronto zurückgelegt. Da ist man gut beraten, bequeme Schuhe dabei zu haben.

 

Endlich: Menschen!

Nach der Woche in Montréal waren Franca und ich froh, auf etwas belebtere Strassen zu treffen. Toronto hat uns definitiv besser gefallen. Die Stadt beherbergt viele schöne und verschiedene Gebiete mit kleinen oder grossen Läden, mit Starbucks oder einem guten Kaffee, mit einem Aussichtsturm oder den Inseln daneben – eine sehr vielfältige Stadt. Und wenn man schon in der Nähe ist, kann man sich die Niagara Falls ja auch mal anschauen.

toronto_dsc6083-kl Toronto

Etwa in der Mitte der Woche stiess dann Marina, meine Freundin, zu uns (yipieh)! Wir holten sie am Flughafen ab und durften eine Residenz beziehen – das Thema der Gastfamilien-Sorgen war also gegessen. Zu dritt konnten wir dann weiter die Stadt entdecken. Ich meist hinter der Kamera – aber einen Tag ohne das Gerät gönnte ich mir dann doch.

Toronto

Meine Highlights von Toronto

Wenn man für eine Woche in einer Stadt ist, stellt sich immer die Frage, was man sich von der Stadt alles anschaut. Auf unserer Reise haben wir es immer so gemacht, dass wir einen Stadtplan angeschaut haben und mit Trip Adivsor und Blogs kombiniert. Daraus resultierend sind meine Tipps wohl doch eher Mainstream, aber es lohnt sich halt doch.

Toronto Islands

Toronto Islands

Sogar im kanadischen Fernsehen als Ort bezeichnet, wo Torontos Bewohner hingehen, um sich zu erholen. Die Toronto Islands waren für uns ein sehr schöner Ort. Es lohnt sich übrigens, auch mal etwas zu Fuss zu spazieren, denn der schönere Strandteil befindet sich weiter hinten auf der Insel. Die Bootsfahrt mit der «Toronto Island Ferry» kostet übrigens retour 7.50 CAD – also etwas mehr als 5 Schweizer Franken. Ein guter Deal.

Toronto Islands mit Blick auf Skyline Chillen auf den Toronto Islands Strand auf Toronto Islands Toronto Islands

 

Bootstour

@derfusel und @gsagt – das Dreamteam Toronto Skyline

Torontos Skyline ist schon recht cool – von einem Boot aus lässt sie sich wirklich geniessen. Wir hatten die Gelegenheit, bei einer Boots-Party einer Sprachschulen-Organisation mitfahren und -feiern. So oder so: Eine solche Bootstour kann ich wärmstens empfehlen. Etwas um die Islands cruisen, ein Bierchen kippen. Läääuft.

 

Kensington Market

Kensington Market Toronto

Ganz im Gegensatz zum St. Lawrence Market fand ich das Gebiet des Kensington Markets sensationell. Alternative kleine Läden, und vor allem auch eine grosse Vielfalt an bezahlbarer Kulinarik. Ich bin zwei mal eine halbe Stunde für Tacos von Seven Lives Schlange gestanden. Es hat sich gelohnt! Ich würde sofort wieder anstehen.

Anstehen für Tacos in Toronto Die besten Tacos in Toronto

 

Distillery District

Distillery District Toronto

Zwar recht kommerziell und touristisch orientiert: Das Distillery District hat mir persönlich optisch gut gefallen. Und bei der Mill Street Brewery sich durch die verschiedenen Sorten macht man ja nicht jeden Tag.

Distillery District Toronto Distillery District Toronto

 

Und was ist mit den Niagara Falls?

Niagara-Fälle

Jetzt mal unter uns: Ich fand die Fälle nicht so atemberaubend, wie ich mir das vorgestellt habe. Wenn man in der Nähe ist, kann man gut mal vorbeischauen. Die Bootsfahrt zu den Fällen war uns das Geld dann aber schon wert, wenn man schon dort ist. Wir haben übrigens den GoTransit Zug genommen, welcher einen je nach Wochentag direkt zu den Falls bringt (sonst muss man einmal auf den Bus umsteigen).

 

Weiter nach Boston

Unsere Reise, die ich ja für Boa Lingua machte, liess uns nach einer Woche in Toronto bereits weiterfliegen. Wir nahmen Abschied von Franca, die leider wieder zurück in die Schweiz flog und machten uns auf den Weg zum Flughafen. Die übliche langwierige ESTA-Prozedur konnte man schon am Abflugort machen und so kamen wir ohne Probleme in Boston an. Mehr gibt’s dann im nächsten Beitrag zu Boston.

 

Weitere Impressionen aus Toronto

Seitenstrassen in Toronto: Ganz unscheinbar Find your luck in Toronto! Stairs Watch out! Franca mit frischem Smoothie Trams in Toronto Wir waren nicht oben. IND_PENDENT Toronto Toronto Islands Toronto in Abendstimmung toronto_dsc6055-b_kl Die Gastfamilie: Ganz weit draussen Art in Toronto Toronto Franca in Toronto Robots in Toronto Beim St. Lawrence Market Toronto Jazz Festival Trams in Toronto An einem Jazz-Festival in Toronto Choice of Beer: Mill St. Feierabend-Bier in Toronto Distillery District Toronto Einer der Niagara-Fälle Auf dem Niagara Falls Boat Niagara Falls vom Boot aus Boat Party Toronto Skyline Toronto Kensington Market Toronto Bike vs. Car in Toronto

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