Wer etwas Englisch versteht und den entsprechenden Humor hat, wird mit diesem Video bestimmt gut bedient. Sonst überzeugt natürlich einmal mehr die professionelle Videoproduktion. Geniessts!
Geschrieben am 04.11.2011 um 16:14 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Film, rausgepickt.
Es war eine der Erlebnisse und Gelegenheiten, die man nicht immer mal wieder hat. Fürs FürstenlandTV begleitete ich sozusagen die Entstehung der Wiler Zeitung von der Redaktion über den Druck bis zur Verteilung an die verschiedenen Haushälte. Hier in diesem Blogbeitrag möchte ich meine Erlebnisse, interessante Dinge und natürlich den Videobeitrag mit euch teilen.
Redaktion
Bewaffnet mit der Kamera begann ich auf der Redaktion der Wiler Zeitung in Wil mit den Dreharbeiten. Da der Videobeitrag nur wenige Minuten sollte, konnte ich natürlich nicht alle Details mit reinnehmen. Hier erläutere ich es etwas ausführlicher:
Auf der Redaktion entstehen die Beiträge, die man am nächsten (oder übernächsten) Tag in der Zeitung liest. Dazu gibt es jeden Morgen eine Telefonkonferenz, Themen werden zugeteilt, man spricht sich ab, man reist an die verschiedenen Orte und macht sich Notizen, sammelt Informationen, macht Bilder.
Vollbepackt mit den Informationen kommt der Journalist an seinen Arbeitsplatz und schreibt den Artikel. Hierzu gehören verschiedene Prozesse, die ich hier nicht ausführlicher aufführe. Ist der Text ready, werden die Seiten bei einer Blattkritik besprochen. Fehler und Kritik der Mitarbeiter fliessen hier natürlich ein. Die fertigen Artikel werden anschliessend an ein Korrektorat gesendet, welche den Text sowohl inhaltlich als auch formal (Rechtschreibung, Absätze, etc.) prüfen. Bilder werden für den Druck nachbearbeitet und für den Druck optimiert. Erst, wenn alles perfekt ist, werden die Druckdaten ins Tagblatt Druckzentrum nach Winkeln gesendet.
Druckzentrum
Im Druckzentrum kommen diese Daten auf dem Computer an und eine Maschine erstellt automatisch eine Druckplatte, die gleich vor Ort belichtet und entwickelt wird. Pro Seite werden vier Druckplatten belichtet, da man grundsätzlich mit vier Grundfarben CMYK (Cyan, Magenta, Yellow und den Schwarzanteil Key als Farbtiefe) druckt. Diese Platten setzen die Drucker in die Walzen der Druckmaschine ein.
Los geht der Druck! In einem Affentempo (tolles Wort, gell?) laufen die Papierbahnen über eine riesige Druckmaschine mit 6 Drucktürmen und 48 Druckwerken. Jetzt kommen übrigens einige Zahlen, die man vielleicht mehrmals durchlesen muss, bis man sie etwas verinnerlicht hat ;-). Zum Beispiel wie man von 6 Drucktürmen auf 48 Druckwerke kommt: Pro Turm kann man sozusagen ein Blatt bedrucken. Dazu braucht man die 4 Grundfarben und weil man beidseitig drucken möchte, braucht man diese Grundfarben gleich noch einmal. Das macht nach Adam Riese (4 + 4) x 6 = 48 Druckwerke.
Weiter Zahlen und Fakten zur Druckmaschine (darf man überspringen, ist aber ziemlich krass): Im Tagblatt Druckzentrum wird pro Jahr für alle Ausgaben des Tagblatts (nicht nur die Wiler Zeitung, sondern alle Regionen) 15’000 Tonnen Papier bedruckt. Eine riesige Menge! Dafür wird auch viel Farbe benötigt, denn pro Jahr wird 65 Tonnen Farbe auf Papier gedruckt. Und nochmals eine grosse Zahl: ca. 130 Mio. Zeitungsexemplare werden pro Jahr gedruckt.
Für die ~14’500 Exemplare der Wiler Zeitung braucht diese Maschine übrigens gerade einmal eine halbe Stunde:
Genug der Zahlen. Die fertig gedruckten und gefalteten Zeitungen werden entweder gleich weiter zum Versand geschleust (natürlich vollautomatisch) oder in ein Zwischenlager verfrachtet. Der Lokalteil der Wiler Zeitung wird beispielsweise zuerst gedruckt und auf riesigen Rollen aufgewickelt. Später, etwas nach 23.00 Uhr wird der Hauptteil und die Titelseite gedruckt, beide Teile zusammengeführt und in den Versand geschickt.
Die Zeitungen werden durch eine grosse Halle an einer Art Förderband aufgehängt und gelangen durch einen für den Betrachter ziemlich kompliziertes System an den richtigen Ort, wo die richtige Anzahl Zeitungen gebündelt und adressiert auf ein Förderband gelangen, wo sie dann (hier sogar mit Personal) sortiert werden. Ein Teil gelangt dann in die Lieferwägen und wird zum Beispiel von der Prisma verteilt, ein anderer Teil wird mit der Post geschickt.
Versand
Ganze Paletten von Zeitungen werden in die Lieferwagen gepackt. Dort wird nochmals umsortiert, damit die Fahrerin an den Depotstellen gleich die richtigen Bündel ausladen kann. Übrigens kann es hier beim Einladen zu Verspätungen kommen. Praktisch nie ist der Druck im Druckzentrum daran schuld, das klappt mittlerweile wie geschmiert (sie dürfen es ja auch täglich machen). Für Verspätungen sorgen meist externe, die noch den Tagi oder die NZZ ins Druckzentrum. Diese werden nämlich auch gleich mit der Wiler Zeitung ausgetragen. Ungefähr um 2.30 am Morgen fährt der beladene Lieferwagen ab – in meinem Fall in Richtung Bichwil.
Verteilung
In Bichwil angekommen lädt die Fahrerin die Zeitungen an einer sogenannten Depotstelle ab. Dort werden Zeitungen geschützt vor Wind und Wetter abgeladen, damit der Verträger diese vor Ort an die Briefkasten verteilen kann. Bis 6.30 müssen übrigens alle Zeitungen verteilt sein (ein harter Job, wenn man die Arbeitszeiten und auch jedes mögliche Wetter bedenkt). Für mich endete die Reise mit der Zeitung vor den ersten Briefkästen in Bichwil, etwas nach 3.00 Uhr. Nach einem Arbeitstag und anschliessend nochmals einer von ca. 21.30 bis ca. 4.00 Uhr am Morgen war ich dann doch froh, mich in mein Bett legen zu können. Und alle Freunde der Printzeitung durften auch an diesem Donnerstagmorgen bereits pünktlich ihre Zeitung lesen. Dass so viel Aufwand dahinter steckt (und ich habe noch längst nicht alle Details niedergeschrieben), merkt man dann eigentlich nicht.
Videobeitrag
Und hier ist also nun mein vierminütiges Baby, wo ihr einen Eindruck dieser Arbeit erhält. Enjoy!
Geschrieben am 20.10.2011 um 20:18 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Film.
Schon mal etwas von der M-Budget WG gehört? Na? Nein? Schäm dich! Okay, so schlimm ist es nicht, denn du hast ja mit diesem Beitrag noch die Gelegenheit, dieses Projekt kennenzulernen.
In Zusammenarbeit mit der Migros hat joiz die Sendung «M-Budget WG» gestartet. Es konnten sich WGs aus der ganzen Schweiz per Video bewerben und eine Jury wählt dann die besten und kreativsten Bewerbungen aus. Diese WGs kämpfen nun in verschiedenen Wettbewerben gegeinander an.
Alter Käse, sagst du? Nun, wer weiterkommt, das bestimmt dann nicht die Jury, sondern du. Im Onlinevoting treten die WGs gegeneinander an (nicht wie beim SF, wo man mit teuren SMS und Anrufen und über WAP voten kann). Das Voting ist selbstverständlich live und man kann während der Sendung mitchatten, Fragen stellen, Sprüche klopfen, etc. Also nichts mit alter Käse!
Ich konnte ein solche Sendung schon selber live miterleben und zwar direkt im Studio. Witzigerweise nicht hinter, sondern vor der Kamera. An einem Nachmittag nahm ich mir extra frei, um bei einem Testlauf den Moderator Stefan Büsser mit überraschenden Wörtern zu bombardieren, damit sich dieser gleich einmal auf alles gefasst machen konnte. ([EGO]Die Sendung ist also nur dank mir mindestens so gut, wie sie das schlussendlich geworden ist.[/EGO])
Es war interessant, zu sehen, wie sich joiz seit meinem letzten Besuch im Studio weiterentwickelt hat. Mehr Technik, bessere Technik, ein grösseres Team und einfach professioneller. Chapeau, Joiz! Ich liebe das Gefühl, vor der Kamera zu stehen. Eigentlich ziemlich ironisch, denn als Videojournalist bei der dfmedia stehe ich eigentlich immer hinter der Kamera. Aber man weiss ja nie. Und falls ich mal eine WG hab, mache ich auch bei der M-Budget WG mit, denn wer möchte schon nicht eine geile Party veranstalten und ein Jahr wohnen dürfen – auf Kosten der Migros?! Na also!
Für euch lohnt sich das Voten übrigens auch, denn man kann Preise im Wert von 20’000.– Stutz gewinnen. Findi guet!
Dieser Beitrag ist übrigens weder gesponsert, noch durch irgendwelche Bestechung entstanden. Ich bin einfach begeistert von diesem Projekt und möchte es so etwas unterstützen.
Geschrieben am 28.09.2011 um 21:18 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Film, Musik.
Am vergangenen Samstag war etwas los im kleinen Oberuzwil. Mit einem Programm regionaler Bands brachte der Kult Day, welcher von der Kulturbeiz Eggä organisiert wurde, Schönes fürs Ohr auf die Bühne. Mit den Bands (Baby Genius, Thomaten & Beeren, REMO B. & The Keys, Chickpeace, Cosmic Rabbits, new griot) wurde ein gutes Händchen für noch unbekanntere Perlen gefunden.
Ich hatte die Möglichkeit, an diesem Anlass zu filmen und einen Videobeitrag für meinen Arbeitsgeber zu machen. Hier also mein Clip zum Kult Day Open Air 2011:
Ganz ohne Grund war ich ja nicht am Kult Day, denn ich habe dort auch mitgewirkt. So habe ich die Homepage vom Kult Day in Windeseile für ein paar Bier am Open Air selber hingezaubert. Ich bin gespannt, wie sich das Open Air, das ja einmal als Neueinweihung der Beiz gedacht war, entwickelt. Auf jeden Fall werden bestimmt auch im kommenden Jahr wieder musikalische Perlen in Oberuzwil auf der Bühne neben der Kulturbeiz Eggä auftreten.
Geschrieben am 19.09.2011 um 16:55 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Film, Life, Musik.
Bild: Mario Fuchs
Am vergangenen Wochenende hatte ich als Videojournalist bei der dfmeda die Aufgabe, am «jazzin» zu filmen und darüber zu berichten. Ich konnte mir anfangs überhaupt nicht vorstellen, was mich an diesem Flawiler Jazz-Festival erwartet. Ich stellte mir komplizierte Jazz-Musik vor, die man nur gut findet, wenn man selber Jazz studiert hat. Es kam anders. Soulig-jazzig mit einer Spur Funk klangen die Frauen von «X-Elle». Die grosse Überraschung war dann aber die 17-jährige Laura Boldo, die zusammen mit der Band «off&out» auf der Bühne stand. Der ganze Saal reagierte schon nach dem ersten Song begeistert mit Applaus, denn die erstaunliche Stimme überzeugte durchs ganze Programm. Hier mein Beitrag zum Abend vom «jazzin»:
Am Nachmittag davor machte uns die Band «Firehouse Brass» aus Zürich den New Orleans Jazz schmackhaft. In ihren roten Jacken fielen sie natürlich sofort auf und liessen einige Besucher vom jazzin begeistert mittanzen.
Ich konnte an diesen Tagen also regelrecht erleben, was echte, gute Musik ist. Die Musiker beherrschten ihr «Handwerk» perfekt und als Musikliebhaber konnte ich trotz der Arbeit die Musik etwas geniessen.