Das orange Wunderland für Migros-Kinder und Technikfreaks

Geschrieben am 01.07.2012 um 17:18 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Life, rausgepickt, Review.

Bekanntlich gibt es in der Schweiz zwei Sorten Menschen. Die Migros- und die Coop-Kinder. Gabriel Vetter hats ja bereits erklärt.

Wisst ihr, wo sich das orange Wunderland für Migros-Kinder und Technikfreak befindet? Richtig, in Rüschlikon! Dort kann man die ganze Geschichte des orangen Riesens mitverfolgen – auf eine ganz spezielle Art und Weise. In einem eigens dafür angelegten «Orangen Garten» zeigt die Migros ihre Werte, welche Firmen zur Genossenschaft gehören und wie es mit der Firmengeschichte aussieht.

Typisch für den Garten: Die Farbe Orange. Sie ist allgegenwärtig, wie auf dem Hügel mit orange Blumen. Bei den Bäumen rechts sind beispielsweise LEDs installiert, wo mit oranger Schrift Zitate von Gottfried Duttweiler (dem Begründer der Migros) durchlaufen.

Technikfreaks kommen im speziellen Pavion so richtig auf den Geschmack modernster Technik.

Im Mittelpunkt ein grosser Tisch, wo man Informationen der Migros mit Multitouch anschauen kann. Gebaut wurde dieser Tisch übrigens von einem Kollegen von mir, Samuel Huber (mit seiner Firma einfall7). Die grosse Wand hinten beeindruckte mich am meisten. Installierte Kameras stellen fest, wo sich die Arme des Zuschauers befindet. Er kann im Regal ein Produkt auswählen, indem er auf dieses zeigt und navigiert sich selber durch die Informationen, indem er seinen Arm bewegt. Das ganze funktioniert einigermassen flüssig und macht unheimlich viel Spass!

Ein Besuch dort lohnt sich, so oder so. Wer etwas über die Geschichte der Migros lernen möchte, alte (und sehr amüsante) Werbspots anschauen möchte und an der frischen Luft durch den «Orangen Garten» schlendern möchte, ist hier vollkommen richtig. Der Pavion ist immer von 10.00 bis 18.00 geöffnet, der Garten natürlich immer.

Upcycled: «altbooken», Notizbücher mit Charme und Style

Geschrieben am 18.03.2012 um 14:18 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Film, rausgepickt, Review.

Eigentlich dachte ich ja, dass ich mit meinem iPad jederzeit und überall meine Gedanken und kreativen Ergüsse niederschreiben werde. Natürlich mit automatischem Sync über die Cloud und all dem ganzen Gedöns (um gleich mal einige Buzzwords in die Runde zu hauen). Denkste! Wenn ich unterwegs war, hab ich mir kurze Dinge übers iPhone notiert, das iPad habe ich höchstens ab und zu mal an Sitzungen gebraucht, aber bestimmt nicht für meine kreativsten Einfälle.

Analog hat Stil

Hoffentlich liest hier kein Deutschlehrer mit. Ich bin mir sicher, dass der Titel ziemlich schlimm ist. Aber solche Gedanken kann man gut und gerne in einem Notizbuch niederschreiben. Ich habe gemerkt, dass tote Bäume für Notizen doch unglaublich gut sind und ich mit einem stylischen Notizbuch erst recht noch lieber arbeite. Das Problem ist da nur, dass es fast schade ist, ein solches Unikat wie ein altbooken mit Inhalt zu befüllen.

Was bitte soll «altbooken» sein?!

Altbooken sind stylische Notizbücher aus Flawil, jedes ein Unikat. Alte Buchdeckel aus dem Buchplanet, die sonst weggeworfen werden (müssen) werden sozusagen «upcycled», indem sie ausgewählt, verschnitten und zu neuen Buckdeckeln für die altbooken-Notizbücher verarbeitet werden. Ich fand die Idee so cool, dass ich bei meinem Arbeitsgeber ein kleines Videoportrait gemacht habe. In zwei Minuten erzähle ich euch dort, was altbooken ist, was der Gedanke dahinter ist und zeige auch gleich noch einen Teil der Herstellung. Enjoy, Kino an:

«altbooken», Notizbücher mit Charme

Jetzt habe ich auch ein solches Unikat und es macht irgendwie jedes mal schon Spass, es nur in den Händen zu halten und die verschiedenen Materialien und Oberflächen zu fühlen. Und nebenbei ist es natürlich auch ein Hingucker, wenn man das Ding hervornimmt.

Falls ihr auch so begeistert seid, wie ich es bin; Kaufen kann man diese Notizbücher im Onlineshop auf altbooken.ch!

Wie die Wiler Zeitung entsteht – begleitet von der Kamera bei Tag und Nacht

Geschrieben am 04.11.2011 um 16:14 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Film, rausgepickt.

Wiler Zeitung

Es war eine der Erlebnisse und Gelegenheiten, die man nicht immer mal wieder hat. Fürs FürstenlandTV begleitete ich sozusagen die Entstehung der Wiler Zeitung von der Redaktion über den Druck bis zur Verteilung an die verschiedenen Haushälte. Hier in diesem Blogbeitrag möchte ich meine Erlebnisse, interessante Dinge und natürlich den Videobeitrag mit euch teilen.

Redaktion

Bewaffnet mit der Kamera begann ich auf der Redaktion der Wiler Zeitung in Wil mit den Dreharbeiten. Da der Videobeitrag nur wenige Minuten sollte, konnte ich natürlich nicht alle Details mit reinnehmen. Hier erläutere ich es etwas ausführlicher:

Auf der Redaktion entstehen die Beiträge, die man am nächsten (oder übernächsten) Tag in der Zeitung liest. Dazu gibt es jeden Morgen eine Telefonkonferenz, Themen werden zugeteilt, man spricht sich ab, man reist an die verschiedenen Orte und macht sich Notizen, sammelt Informationen, macht Bilder.

Vollbepackt mit den Informationen kommt der Journalist an seinen Arbeitsplatz und schreibt den Artikel. Hierzu gehören verschiedene Prozesse, die ich hier nicht ausführlicher aufführe. Ist der Text ready, werden die Seiten bei einer Blattkritik besprochen. Fehler und Kritik der Mitarbeiter fliessen hier natürlich ein. Die fertigen Artikel werden anschliessend an ein Korrektorat gesendet, welche den Text sowohl inhaltlich als auch formal (Rechtschreibung, Absätze, etc.) prüfen. Bilder werden für den Druck nachbearbeitet und für den Druck optimiert. Erst, wenn alles perfekt ist, werden die Druckdaten ins Tagblatt Druckzentrum nach Winkeln gesendet.

Druckzentrum

Im Druckzentrum kommen diese Daten auf dem Computer an und eine Maschine erstellt automatisch eine Druckplatte, die gleich vor Ort belichtet und entwickelt wird. Pro Seite werden vier Druckplatten belichtet, da man grundsätzlich mit vier Grundfarben CMYK (Cyan, Magenta, Yellow und den Schwarzanteil Key als Farbtiefe) druckt. Diese Platten setzen die Drucker in die Walzen der Druckmaschine ein.

Los geht der Druck! In einem Affentempo (tolles Wort, gell?) laufen die Papierbahnen über eine riesige Druckmaschine mit 6 Drucktürmen und 48 Druckwerken. Jetzt kommen übrigens einige Zahlen, die man vielleicht mehrmals durchlesen muss, bis man sie etwas verinnerlicht hat ;-). Zum Beispiel wie man von 6 Drucktürmen auf 48 Druckwerke kommt: Pro Turm kann man sozusagen ein Blatt bedrucken. Dazu braucht man die 4 Grundfarben und weil man beidseitig drucken möchte, braucht man diese Grundfarben gleich noch einmal. Das macht nach Adam Riese (4 + 4) x 6 = 48 Druckwerke.

Weiter Zahlen und Fakten zur Druckmaschine (darf man überspringen, ist aber ziemlich krass): Im Tagblatt Druckzentrum wird pro Jahr für alle Ausgaben des Tagblatts (nicht nur die Wiler Zeitung, sondern alle Regionen) 15’000 Tonnen Papier bedruckt. Eine riesige Menge! Dafür wird auch viel Farbe benötigt, denn pro Jahr wird 65 Tonnen Farbe auf Papier gedruckt. Und nochmals eine grosse Zahl: ca. 130 Mio. Zeitungsexemplare werden pro Jahr gedruckt.

Für die ~14’500 Exemplare der Wiler Zeitung braucht diese Maschine übrigens gerade einmal eine halbe Stunde:

Wiler Zeitung im Tagblatt Druckzentrum

Genug der Zahlen. Die fertig gedruckten und gefalteten Zeitungen werden entweder gleich weiter zum Versand geschleust (natürlich vollautomatisch) oder in ein Zwischenlager verfrachtet. Der Lokalteil der Wiler Zeitung wird beispielsweise zuerst gedruckt und auf riesigen Rollen aufgewickelt. Später, etwas nach 23.00 Uhr wird der Hauptteil und die Titelseite gedruckt, beide Teile zusammengeführt und in den Versand geschickt.

Die Zeitungen werden durch eine grosse Halle an einer Art Förderband aufgehängt und gelangen durch einen für den Betrachter ziemlich kompliziertes System an den richtigen Ort, wo die richtige Anzahl Zeitungen gebündelt und adressiert auf ein Förderband gelangen, wo sie dann (hier sogar mit Personal) sortiert werden. Ein Teil gelangt dann in die Lieferwägen und wird zum Beispiel von der Prisma verteilt, ein anderer Teil wird mit der Post geschickt.

Versand

Ganze Paletten von Zeitungen werden in die Lieferwagen gepackt. Dort wird nochmals umsortiert, damit die Fahrerin an den Depotstellen gleich die richtigen Bündel ausladen kann. Übrigens kann es hier beim Einladen zu Verspätungen kommen. Praktisch nie ist der Druck im Druckzentrum daran schuld, das klappt mittlerweile wie geschmiert (sie dürfen es ja auch täglich machen). Für Verspätungen sorgen meist externe, die noch den Tagi oder die NZZ ins Druckzentrum. Diese werden nämlich auch gleich mit der Wiler Zeitung ausgetragen. Ungefähr um 2.30 am Morgen fährt der beladene Lieferwagen ab – in meinem Fall in Richtung Bichwil.

Verteilung

In Bichwil angekommen lädt die Fahrerin die Zeitungen an einer sogenannten Depotstelle ab. Dort werden Zeitungen geschützt vor Wind und Wetter abgeladen, damit der Verträger diese vor Ort an die Briefkasten verteilen kann. Bis 6.30 müssen übrigens alle Zeitungen verteilt sein (ein harter Job, wenn man die Arbeitszeiten und auch jedes mögliche Wetter bedenkt). Für mich endete die Reise mit der Zeitung vor den ersten Briefkästen in Bichwil, etwas nach 3.00 Uhr. Nach einem Arbeitstag und anschliessend nochmals einer von ca. 21.30 bis ca. 4.00 Uhr am Morgen war ich dann doch froh, mich in mein Bett legen zu können. Und alle Freunde der Printzeitung durften auch an diesem Donnerstagmorgen bereits pünktlich ihre Zeitung lesen. Dass so viel Aufwand dahinter steckt (und ich habe noch längst nicht alle Details niedergeschrieben), merkt man dann eigentlich nicht.

Videobeitrag

Und hier ist also nun mein vierminütiges Baby, wo ihr einen Eindruck dieser Arbeit erhält. Enjoy!


Internet TV

Signatur

Fehlgriff Euro: Die Krise wird kommen

Geschrieben am 05.10.2011 um 11:30 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie rausgepickt.


Bild cc Wilhelmine Wulff // pixelio.de

Der Euro erlebte in den letzten Monaten, was passieren musste. Nachdem man bei der Einführung des Euros gross feierte und kaum hinterfragte, merkt die Welt nun, dass der Euro wohl doch nicht unbedingt die beste Idee war. Nun, nachdem der Euro einmal gerade einem Franken entsprach, weiss Europa, dass der Euro doch nicht das gelbe vom Ei sein kann. Nach verschiedenen, teilweise wirkungslosen, Massnahmen der Schweizer Nationalbank schaffte diese es doch noch, den Euro wieder auf den Kurs von 1.20 CHF zu bringen.

Gute Idee dahinter

Für den Konsument scheint der Euro eine tolle Sache zu sein. Gerade wer im Euroraum in die Ferien geht, weiss die Einheitswährung zu schätzen. Etwas Euro hat man eh noch irgendwo rumliegen und sonst muss man sich auch nicht lange informieren, welche Währung das Land hat und wie viel dies nun in der eigenen Währung wert ist.

Ein Konzept, das zum Scheitern verurteilt war

Trotzdem geht das Konzept der Einheitswährung nicht auf. Es hätte aufgehen können, wenn wirtschaftlich gleichgestellte (sprich gleich gute und gleich gesunde Volkswirtschaften) Länder daran teilgenommen hätten. Nun wurden aber auch schwache Länder aufgenommen und Stabilitätspakte nicht eingehalten, so ganz nach dem Motto: Wenn alle für eine Lockerung dieser Pakte sind, dann können wir es schon machen.

Beispiele Griechenland und Italien

Länder, die den Euro nicht hätten erhalten dürfen sind beispielsweise Griechenland und Italien. Italien ist auf gutem Weg, dem Euro und damit auch Europa an sich einen Stoss in die Brust zu geben. Wenn das Land wirtschaftlich abstürzt, dann kommen auch die übrigen Länder nicht ungeschoren davon.

Und alle schreien wieder «Krise»

Sie werden damit nicht unrecht haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass Europa – nein, eher die ganze Welt,  in naher Zukunft eine erneute Wirtschaftskrise erleben wird. Damit werden sicher auch Vorstellungen von einem tollen, sicheren Europa begraben. Auf jeden Fall wird die Krise kommen, früher oder später. Das heutige Wirtschaftssystem auf der Welt ist meiner Meinung nicht so, wie es ursprünglich gedacht wurde. Freie Marktwirtschaft sieht wohl anders aus und das System ist mittlerweile so komplex, dass alle Lehrbücher die aktuellen bzw. vergangenen Krisen nicht mehr erklären können. Sie hätten gar nicht passieren dürfen.

Danach ist man immer der Schlauere

Selbstverständlich kann ich hier noch so altklug Dinge schreiben, aber ich wusste es ja auch nicht, als der Euro eingeführt wurde. Das Volk war ja anscheinend dagegen, aber ich war sowieso noch zu jung, um das ganze auch nur ansatzweise zu verstehen – und Einfluss darauf hatte und habe ich sowieso nicht. Trotzdem: Es muss etwas gewaltiges ändern, damit unsere Wirtschaft in Zukunft normal weiterexistieren kann. Ob es die Menschheit mit ihrem Geiz, ihrem Egoismus, ihrer Geldgeilheit schaffen wird, wird sich zeigen. Ein sich selbst heilendes System ist es auf jeden Fall nicht mehr. Und eine neue Weltwirtschaftskrise wird bestimmt bald kommen. Und Trader werden auch aus dieser Krise Geld verdienen. Andere werden viel Geld verlieren. Wir werden sehen.

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Kreativ sein

Geschrieben am 26.08.2011 um 21:38 von gastautor, abgelegt in der Kategorie Poetext, rausgepickt.

Kreativ Sein
Bild: (cc) Sharon Drummond

Dies ist ein Gastbeitrag von meiner Kollegin Ramona Castelberg. Sie kommt wie ich aus der Ostschweiz (deshalb schreiben wir ja auch nicht im Dialekt, sonst würden uns ja die ganzen Berner nicht verstehen. 8-D Gäu?!) und wird hier in Zukunft ab und zu einen Gastbeitrag schreiben. Dieses Mal hat sie sich mit dem Thema «Songwriting» befasst.

«Kreativ sein» ist gar nicht so einfach… Das habe ich kürzlich wieder einmal bemerkt als ein guter Freund mich auf die Idee brachte, eigene Songs zu schreiben. Nach kurzen Panikattacken und Anfällen von Zweifel begann ich frisch, fröhlich und hell begeistert, auf meiner Gitarre ein paar Akkorde zu klimpern…

Hmm… Und nun war da die Frage: «Über was, um Himmels Willen, soll ich überhaupt schreiben?» Eine sehr gute Frage… und eine sehr schwierige! Dann stellte sich noch die Frage: «Welche Sprache?» Okay, ich habe mich dann schnell für Englisch entschieden. Klar, das verstehen die meisten. Und Deutsche Songs sind doch entweder schnulzig oder einfach nur total langweilig…

Nun gut, Thema und Sprache gewählt, fehlte noch eine gute Melodie… Dieses Problem hatte ich schnell behoben, denn eine Melodie hatte ich schon lange im Kopf… Nach langem Dichten, Schreiben, Papier zusammenknüllen, Bleistift durchs Zimmer schmeissen und Haare raufen merkte ich: trotz dem 6er im Zeugniss kenne ich einfach zu wenige Englische Wörter… Was bringt mir «table» oder «department board», wenn ich einen Song texten will? Ja, das ist hier die grosse Frage… Naja… Das tut hier jetzt nichts zur Sache. Schlussendlich habe ich es aufgegeben. Mein Papierkorb ist überfüllt mit nutzlosen Zetteln, ich bin mit den Nerven am Ende und frage mich: «was haben mir 4 Jahre Englischunterricht gebracht?» Naja. Das Texten überlasse ich nun doch meinem Kolleg… ;D

«Kreativ sein» ist eben gar nicht so einfach…