Eine Stadt.

Veröffentlicht am: 23.09.09 | Reisen  | 1 Kommentar

Ferienberichte können manchmal etwas langweilig sein und anstatt euch mit einigen solchen „und dann, danach, dann“-Berichten vollzumüllen, gibts jetzt eine kleine Geschichte, die einige Erlebnisse und Erkenntisse über Nizza zeigen.

Autos brausen überall an dir vorbei. Es scheint zwar allgemeine Verkehrsregeln zu geben, aber Tafeln und Ampeln sind Dinge, für die sich die Autofahrer nicht besonders zu interessieren scheinen.
Du willst über die Strasse, doch die Ampel ist rot. Kein Auto hat grün, doch auch alle Fussgänger haben rot. Nach einer Minute Wartezeit wird die Ampel grün und du gehst über die Strasse. Mit kritischen Blicken schauen dich die Autofahrer an. Bei der nächsten Ampel weisst, du wie es läuft. Egal ob rot oder grün, hier geht man, wenn der Weg frei ist. Die Ampeln scheinen reine Dekoration und Beleuchtung zu sein – zumindest bei den Fussgängern.
Eine Sirene heult auf und im ersten Moment denkst du vielleicht: „Habe ich etwas falsch gemacht?“ Aber schon bald hat man sich an die Sirenen der Krankenwagen und Polizeiautos gewohnt, es ist fast schon nicht mehr normal, wenn sie nicht da sind.
Du gehst in eine Seitenstrasse und einige Zentimeter neben dir fahren Autos mit hoher Geschwindigkeit durch. Die Breite der Strasse interessiert hier niemanden. Man will ans Ziel kommen und zwar möglichst schnell. Dies gilt aber nicht nur für motorisierte Verkehrsteilnehmer, sondern auch für Hundehalter. Das Häufchen vom Hündchen wird hier liegen gelassen, bis jemand hineinsteht und es in der Stadt so verteilt, dass es nicht mehr auffällt. Doch irgendwann hat man das Gespür, wo diese Häufchen liegen und irgendwann kommt man auch selber möglichst schnell ans Ziel. Da können noch so viele rote Ampeln sein.

Du gehst durch die Altstadt, siehst an jeder Ecke einen Bäcker überall Restaurants und zum Teil Preise, die beweisen, dass hier Touristen für das gute Geld sorgen. So zahlt man an der falschen Ecke für eine Flasche Wasser 2.50 Euro und im Supermarkt höchstens noch 80 Cent.
Dass hier das Land des Baguette ist merkst du sofort. Am Morgen gibts trockenes Baguette, am Mittag ein Sandwich mit Baguette und am Abend Baguette zum Salat oder Suppe.

Du gehst zum Strand und siehst Obdachlose am Boden liegen und irgendwie kommt es dir etwas komisch vor. Wenig später – das Meer vor Augen – hast du alle Dinge schon wieder etwas vergessen, die dich stören. Du machst es dir auf dem hingeschütteten Sandstrand oder auf den Steinen bequem und schaust den Wellen zu. Vielleicht badest du auch und geniesst das Meer und Leben.

Irgendwann am Abend, nach einem völlig überteuerten Getränk in einem Pub, gehts wieder nach Hause. Sirenen und Blinklichter gehören zum Alltag hier und die Abfallsäcke werden in der Nacht eingesammelt.

Nach einem Tag mit viel Baguette, Sonne und französischer Sprache weisst du… das ist Nizza. Und es kommt noch mehr!

Gruss,
Michael

Tags:    

Sharing is caring!