Solltest du die SwissCovid-App installieren? (Spoiler: Ja)

Veröffentlicht am: 22.07.20 | Technik & Computer  | Keine Kommentare

Die SwissCovid-App hilft durch anonymes Contact Tracing, die Ausbreitung des neuen Coronavirus zu bremsen. Und doch wird sie von vielen Seiten kritisiert. Was ist dran? Und solltest du die App installieren?

 

Wie funktioniert die App? Und was ist mit dem Datenschutz?

Ein berechtigtes Thema beim Contact Tracing ist der Datenschutz. Es ist wichtig, dass diese Thematik angesprochen wird, wenn der Staat der Bevölkerung empfiehlt, eine App zu installieren. Diese Contact Tracing App hätte unter falschen Umständen zum grossen Datensammler für Staaten werden können. Das ist zum Glück nicht passiert.

Was ist passiert?
Google und Apple haben in einer (historisch ziemlich einzigartigen) Zusammenarbeit die Exposure Notification Schnittstelle in ihr Betriebsystem integriert.

Wie funktioniert es?
Vereinfacht gesagt so: Das Smartphone generiert alle 10 bis 20 Minuten einen zufälligen Schlüssel. Dieser Schlüssel lässt keinen Rückschluss auf die Identität des Benutzers oder des Geräts. Er könnte zum Beispiel so aussehen: «1­c6a­df­b4­cb­db­39­71­22­d14­7f­9e­0b­fe­39­7a­af­caa­d3­a3­8d­b9­1a­13­d6­17­ec­4a­3c­fa­194»

Was wird ausgetauscht?
Ein Zeitstempel, also z.B. 2020-07-22T18:13:05 und der zufällig generierte Schlüssel werden via Bluetooth Low Energy (kurz BLE, sehr energieeffizient) ausgetauscht. Diese Angaben lassen keinen Rückschlüsse führen. Nach 14 Tagen werden alle gesammelten Schlüssel gelöscht.

Was, wenn ich positiv getestet wurde? Und: Wie merke ich, wenn ich Kontakt mit einer infizierten Person hatte?
Wenn du positiv getestet wurdest, bekommst du einen Code, den du in der App eingeben kannst. Es werden nun deine gesendeten Keys, also z.B. «1­c6a­df­b4­cb­db­39­71­22­d14­7f­9e­0b­fe­39­7a­af­caa­d3­a3­8d­b9­1a­13­d6­17­ec­4a­3c­fa­194» hochgeladen.
Alle gesendeten Keys positiv getesteter Personen – und keine weiteren Daten – werden täglich heruntergeladen und mit deiner lokalen Liste abgeglichen. Wenn du Kontakt hattest, kriegst du eine Benachrichtigung.

Und wieso sollte ich das glauben?
Der Quelltext der gesamten App inklusive Backend wurde auf github veröffentlicht. Es ist also jederzeit frei einsehbar, welche Lösung eingesetzt wird.
Edit 24. Juli 2020: Zudem hat Apple den Source Code der Exposure Notification Schnittstelle nun ebenfalls veröffentlicht.

 

Ich werde also gar nicht ausspioniert?

Nein. Du tauschst nur zufällig generierte Keys aus. Die App hat keinen Zugriff auf andere Daten von dir. Deshalb macht es Sinn, wenn möglichst viele Personen die App (iOS / Android) installieren – auch du. Dann funktioniert sie besser. Und man sollte sich natürlich an die weiteren Empfehlungen des BAG halten.

Falls du Bedenken um deine Privatsphäre hast, dann empfehle ich dir dringend, zuerst deine anderen installierten Apps und Services zu überprüfen. Ein kleines Beispiel als Vergleich:

Und anstatt faktenfreie Referenden gegen die Gesetzesgrundlage der freiwilligen App zu starten, empfehle ich vielleicht bei der nächsten Abstimmung, bei der es um Gesetze im digitalen Raum geht, mit Bedacht abzustimmen.

Danke.
Bleibt gesund.

 

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