möglicher Gewinn: dubios oder seriös?
Geschrieben am 01.07.2009 um 18:17 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Life.

Heute flatterte diese Papierchen in meinen Briefkasten. Normalerweise landet sowas gleich auf dem Altpapier, aber da ich heute etwas mehr Zeit hatte als sonst, beschäftigte ich mich mal damit.
Anscheinend hätte ich die Chance auf eine Auszahlung von 1’100’000.- Schweizer Franken, wobei mir der Gewinn in Zürich persönlich überreicht werden würde. Den Fahrplan hat der nette Ueli Frank schon mal für mich rausgeschaut. Er sieht folgendermassen aus:

Also unter Fahrplan verstehe ich eigentlich etwas anderes als eine Karte mit zwei Orten, wobei St. Gallen nicht einmal mein Wohnort ist. Desweiteren ist das Blättchen wieder einmal eines, das nicht wirklich unterschrieben wurde, sondern eines, wo bloss eine aufgedruckte Unterschrift vorhanden ist, der Stempel oben ist auch aufgedruckt. Das erregte mein Misstrauen noch mehr, also informierte ich mich einmal ein bisschen im Internet über Reader’s Digest.
Reader’s Digest (englisch für Kurzfassung, Auszug) ist eine Zeitschrift mit internationaler Verbreitung, die sich darauf spezialisiert, Artikel anderer Zeitschriften in gekürzter Form nachzudrucken. Wikipedia
Auch findet man keinerlei negativen Dinge, die auf einen Betrug in der Hinsicht dieser Benachrichtigung hinweisen würden. Auf von Reader’s Digest findet man weitere Informationen:
Konzern
Die Muttergesellschaft The Reader’s Digest Association, Inc. sitzt in Pleasantville im US-Bundesstaat New York. Sie wurde 1922 von DeWitt und Lila Acheson Wallace gegründet. Der Reader’s Digest-Konzern ist weltweit an über 70 Standorten vertreten.Mitarbeiter
Deutschland: > 200
Schweiz: 22
Österreich: 5
Das Ganze sieht nach einem sehr seriösen Unternehmen aus und diese Karte passte völlig nicht in dieses Feld. Zu meinem Erstaunen fand ich dann auch die Verlinkung zu dieser PDF-Datei auf der Startseite, unter dem Titel «Unsere Glücklichen Gewinner».
Ich zitiere mal aus dieser PDF-Datei:
Vielleicht haben Sie demnächst die Gelegenheit, an einer unserer im Augenblick gültigen Verlosungen oder einem reisausschreiben teilzunehmen! Sie sollten dann Ihre Chancen nutzen! Und wenn Sie Glück haben, erscheint Ihr Name in der nächsten GEWINNERLISTE. Wenn Sie ganz grosses Glück haben, werden Sie sogar zur Gewinnerparty eingeladen. Wir würden uns darüber freuen.
Das alles sieht nach einer eher seriösen Aktion aus, das Misstrauen bleibt jedoch immer noch.
Was denkt ihr von der ganzen Sache?
UPDATE: Hier gehts weiter.
Gruss,
Michael Eugster





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Kommentar von Remo — 1. Juli 2009, 20:55
Wegwerfen und ade :-). Bekommst jedenfalls keine Million und irgendwas ;-). Das Geld musst du dir schon selbst verdienen.
Kommentar von luzi — 1. Juli 2009, 21:26
wow de fahrplan.. :)
http://www.gutefrage.net/frage/hat-schon-mal-je…
http://www.gutefrage.net/frage/was-haltet-ihr-v…
Kommentar von va — 2. Juli 2009, 10:09
ich habe Gestern das selbe erhalten und habe es weggeworfen, denn wie Remo schön sagt, so einfach kommt man nicht an 1'100'000 CHF da muss man schon selber schuften um sich das Geld zu verdienen. ;)
Kommentar von mmemichi — 2. Juli 2009, 20:25
@Remo: Da hast du natürlich recht. Ich mache mir da auch gar keine Hoffnung ;-)
@Luzi: Ja, de Fahrplan isch de hammer ;D
@va: Ja, das Teil würde eigentlich schon lange auf dem Altpapier liegen, wenn ich da nicht noch etwas Zeit gehabt hätte ;)
Kommentar von uschnaz — 2. Juli 2009, 22:40
hab auch den plan, bei mir ist tatsächlich ein anderer ort markiert, aber auch nicht mein wohnort … karte landen im runden ordner, und die adresstreichnung wird beim entsprechnden kundendienst gefordert … ansonsten, wenn mir jemand geld schenken will, soll er es einfach vorbeibringen, vielleicht vor kurz anrufen, wäre schade wenn ich nicht zuhause bin ;-)
Kommentar von Thomas — 3. Juli 2009, 11:25
Hallo herr Eugster, also ich wohne in Deutschland (Ruhrgebiet), bekam auch Post von Readerst direkt mit Aussicht auf 2500 Euro monatlicher Zusatzrente. Es steht da so, das die mich sogar abholen würden zur Gewinnerparty von zu Hause für ein Luxuswochenende mit zwei Personen in Stuttgart. Limosine soll während des WE auch noch zur Verfügung stehen !!!
Ich kann mir nicht vorstellen, das alles kostenlos ist, und schon gar nicht wie solche Gewinnspiele Finanziert werden sollen.
Der Brief beginnt mit: 94 % aller Deutschen haben nicht die Chance….. (Das heißt immerhin 6% schon, jeder 20.)
Ich glaube nicht dran. Abzocke, Daten weiterverkauf oder ähnliches! Heute bekommt man nichts mehr geschenkt.
Gruß Thomas
Kommentar von mmemichi — 3. Juli 2009, 14:30
guten tag thomas
herzlichen dank auch für deinen kommentar, mittlerweile wird sich das altpapier sehr über die zusätzliche spende in form dieser karte freuen.
es wird wahrscheinlich sowieso nur darum gehen, mich als kunde zu erwerben und ich sage mir sowieso, dass wenn ich etwas will, ich mich informiere und nicht umgekehrt.
auf jeden fall danke für deine meldung!
gruss,
michael
Kommentar von uschnaz — 3. Juli 2009, 23:00
Falls es interessiert, hab gestern gemailt und um streichung gebeten … das ist die prompte (staun) antwort:
>>>>>>
vielen Dank für Ihre wichtige Nachricht!
Sie erhielten eine Werbesendung von uns, denn wir schreiben hin und wieder mögliche neue Interessenten an, um diesen unsere Verlagsprodukte (und die Teilnahme an unserer Gratisverlosung) anzubieten.
Sollte Sie unser Angebot nicht interessieren, respektieren wir dies selbstverständlich. In diesem Fall brauchen Sie einfach nicht auf unsere Werbung zu reagieren. Wir werden Ihnen dann keine weiteren Sendungen mehr zustellen. Bitte beachten Sie jedoch: Den Versand von Werbepost, die sich bei uns bereits im Postvorlauf befindet, können wir nicht mehr stoppen. Danach erhalten Sie keine Werbung mehr von uns.
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Kommentar von mmemichi — 3. Juli 2009, 23:22
also doch nur werbung, ich habs mir doch gedacht… ich glaube ich kontaktier die auch mal ;-)
Kommentar von Eva Zwingli — 8. Juli 2009, 21:03
Hallo Michael &Co!
Judihuiii, auch ich gehöre zu den Auserwählten…! Eine Zusatz-Rente von 3866.- monatlich, und das lebenslang, wow, der richtige Lockruf für meinesgleichen, das könnt ich gebrauchen! Überhaupt alles geniale Lockrufe… – oder eben doch eher ein Irrlicht…? Nachdem ich mich tatsächlich durch all die Blätter durchgelesen habe, die dem ersten Brief dann gefolgt sind, und sogar den Haken an der Sache entdeckt habe (dazu später), hätte ich beinah teilgenommen. Das lasse ich jetzt aber sein, mitunter aufgrund des Urteils der Verbraucherzentrale (DE):
http://www.vzhh.de/~upload/rewrite/TexteRecht/R…
Da ich mich nicht auf das Spiel dieser Schlauheinis einlassen will, muss ich halt zusehen, wie ich ohne Zusatz-Rente auskomme… aber das hat ja bisher auch irgendwie geklappt. (-;
Haken an der Sache: Wer nicht alles genau durchliest, dem entgeht, dass der Gewinn unter Abschnitt B mit der sogenannten “Vorteils-Nummer”, angepriesen als 8-Monate-Gratis-Abo, in Wirklichkeit ein 68%-Rabatt auf das Abo ist, was bedeutet, der Gewinn kostet einen “nur” 23.90 Fr. (+6.00 Fr. Versand…). Wenn man die Zeitschrift sowieso abonnieren möchte, ist das also super, man erhält ja sogar eine Uhr dazu.
Man kann diesem “Preis” auch entgehen, indem man den entsprechenden Kleber nicht aufklebt. Aber dazu muss einem aufgefallen sein, dass nicht jeder Kleber, für den es ein passendes Plätzli gibt, um ihn aufzukleben, auch aufgeklebt werden sollte… Und da die wenigstens alles Kleingedruckte lesen, werden die meisten diesen Kleber eifrig – von den Lockrufen “Super-Angebots-Registrierung” und “”Vorteils-Nummer” abgelenkt – an sein Plätzli kleben und somit freudige Gewinner einer Abonnements-Rechnung werden.
Für mich ein klarer Fall: Nein danke. Manipulation ist nichts anderes als Betrug. Ich will niemanden davon abhalten mitzumachen, man sollte einfach auch wissen, wobei eigentlich.
Gruss, Eva
Kommentar von Eva Zwingli — 8. Juli 2009, 21:17
Sorry, Link misslungen…
Nochmals:
http://www.vzhh.de/~upload/rewrite/TexteRecht/R…
…und falls das wieder nix wird:
http://de.wikipedia.org/wiki/Readers_Digest#Gew… Quellenangabe 1
Gruss!
Kommentar von mmemichi — 8. Juli 2009, 23:16
erst mal hallo und herzlichen dank für deinen wirklich wertvollen kommentar! ich werde mit hilfe dieses kommentars und dem link wahrscheinlich einen neue blogpost schreiben, eher mit dem titel “dubios” als seriös.
gruss,
michi
Pingback von m_Blog » Gewinnspiel? Nein danke, Reader’s Digest.::. — 9. Juli 2009, 21:51
[...] geschrieben, bei welchem mir ein möglicher Gewinn vorgegaukelt wurde. Diesen Beitrag kann man hier nachlesen. Für mich überraschend war, dass danach gleich einige Kommentare kamen, die auch guten Inhalt zu [...]
Kommentar von Thomas Wiegand — 12. Juli 2009, 04:48
Einfacher Adresshandel, also Ermittlung von Personen, die auf Preisausschreiben anfaellig sind und dann Verkauf der Aderssen (oder Vermietung) an andere Nutzer, die genau diese Zielgruppe brauchen.
zB Kaffeefahrten
siehe auch antispam.de oder lahn-dill-kreis.de
Pingback von m_Blog » Holla Amigos!::. — 15. Juli 2009, 23:34
[...] sich dieser Monat von einer echt tollen Seite. Entweder habe ich die richtigen Themen erwischt (das dubiose Reader’s Digest Gewinnspiel oder mein April-Scherz), die viele ergooglen oder es [...]
Kommentar von cecilia — 22. Dezember 2009, 14:10
Gewinnspiele [Bearbeiten]
Reader’s Digest setzt zur Bewerbung seiner Produkte Direktmarketing und Gewinnspiele ein. Die teilweise verwirrende Aufmachung der Gewinnspielunterlagen und die Ausgestaltung der Gewinnspiele dienen aus Sicht der Verbraucherzentrale Hamburg nur dazu, Produktbestellungen zu provozieren.[2] 2001 verpflichtete sich Reader’s Digest USA, 6 Millionen US-Dollar Wiedergutmachung an Opfer ihrer Marketingmethoden zu zahlen, nachdem Reader’s Digest vorgeworfen worden war, ältere Menschen mit betrügerischen Methoden zu Vertragsschlüssen zu bewegen.[3]
Kommentar von christian — 22. Dezember 2009, 17:59
Hallo zusammen
Habe heute auch in der Post eine Karet bekommen von Reader’s Digest. Kurz gesagt, wenn ich bei all den Briefen und Kärtchen die ich dieses Jahr bekommen habe wirklich etwas gewonnen hätte, würde ich jetzt wohl auf einer Insel in der Karibik im Liegestuhl liegen und könnte den Rest meines Lebens dort verbringen, ohne einen Tag arbeiten zu müssen.
Ich empfehle, alles zurücksenden und zwar mit dem Vermerk “Sendung unerwünscht” oder sowas. Dann müssen die Firmen das Strafporto bezahlen und werden so schnell nicht wieder irgendwelche dubiosen Briefchen mehr senden.
Kommentar von Michael Eugster — 22. Dezember 2009, 18:03
hi,
solche aktionen dieser firmen können ja irgendwie auch gar nicht aufgehen, sonst wäre schon längst die hälfte der einwohner stinkreich, oder würden, wie du sagst, irgendwo in der karibik rumliegen und das leben geniessen.
das von dir vorgeschlagene scheint mir in der tat sinnvoll, vielleicht lernen die ja etwas dabei. vielleicht…
Kommentar von Steppenwolf2907 — 23. März 2010, 15:41
Ich habe mir einmal die Mühe gemacht und die angebliche Gewinnerliste durchgearbeitet. Datenschutz hin oder her. Keinen einzigen Gewinner konnte ich ausfindig machen. Auch das Hotel in Stuttgart wusste nichts von einer Gewinner-Feier. Noch Fragen?????
Kommentar von Michael Eugster — 23. März 2010, 17:52
Schon witzig, ich hätte sowas schon fast erwartet. Die machen sich bei mir mit jeder Tatsache, die man darüber erfährt noch mehr lächerlich, die kann man ja wirklich nicht mehr ernst nehmen…
Danke für den Hinweis, @Steppenwolf2907!
Kommentar von Manuela Bachert — 13. Juli 2010, 18:36
habe diesen Brief auch bekommen und vorher noch zwei Ankündigungen das ich diesen Brief mit grünem Umschlag bekommen habe für meinen Nachbarn für dieses Unternehmen ein Paket angenommen und dafür unterschrieben so kamen die an meinen Namen.2 500 € Sofortrente das ich nicht lache !!!
Kommentar von Michael Eugster — 13. Juli 2010, 19:25
@Manuela Bachert: sind ja echt frech, ihre praktiken. ach ja, wer sonst noch ne sofortrente will, kann sonst bei mir eine gewinnen, hab wie auch readers digest zu viel geld ;)