Zeit.

Veröffentlicht am: 11.02.09 | Aus dem Leben  | Keine Kommentare

Ich kam spontan auf den Gedanken, einmal einen anderen Beitrag zu schreiben als zuvor. Dieser Artikel sollte einfach als kleiner Gedankenanstoss da sein. Manchmal meine ich nicht alles wortwörtlich, schreibe einfach was gerade kommt und manchmal übertreibe ich auch ein bisschen. Hier ist von all dem ein bisschen vorhanden ; – ).

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass man in der heutigen Welt einfach viel zu viel Stress hat. Gerade in der Schweiz ist dies (denke ich) sehr verbreitet. Man muss immer irgendetwas getan haben, man muss auf die Sekunde genau kommen, sonst gibts Ärger, man muss immer in Bewegung sein.
Man spricht viel von Lebensqualität, die man in der Schweiz zweifellos hat. Aber etwas grosses und wertvolles hat man da irgendwie nicht beachtet: die Zeit. Während man in anderen Ländern mal eben ein paar Minuten später kommt, oder sonst eben noch später, hat man hier in der Schweiz schon wegen ein paar wenigen Minuten eine Stafe am Hals. An unserer Schule gibts ein „V“-System, wo man nach einer bestimmten Anzahl V’s (Verspätungen) beim Hausdienst mal anpacken muss. An anderen Orten gibt es ähnliche Dinge, aber meistens ein paar nicht besonders nette Blicke und Ärger.
Zugegeben, ich würde wahrscheinlich auch etwas blöd schauen, wenn jemand andauernd zu spät kommt und irgendwie nervt es einen auch, wenn Personen andauernd unpünktlich sind. Aber wenn man mal davon absieht, dann muss man sagen; man hat hier einfach zu wenig Zeit für sich. Es geht dauernd darum, etwas getan zu haben.

Warum nicht einfach einmal einen Tag lang nichts tun? Einen Tag lang einfach mal sich etwas ausruhen. In Wintertagen ist das etwas schwierig, aber in Sommertagen, wenn es schön warm ist, kann man dies doch sehr gut geniessen. Warum nicht einfach mal einen Tag lang mal etwas «relaxen» und sich einen Tag lang hinlegen und der Natur zuschauen, wie gut sie doch funktioniert. Schauen, wie der Wind durch die Gegend streift und die Sonne über die Wiesen scheint. Und am Ende des Tages kann man sagen: «Ja, heute habe ich nichts gemacht.»

Doch in der heutigen Zeit geht so was irgendwie einfach nicht mehr. Wenn man Freizeit hat, beschallt man sich mit Musik oder arbeitet an irgendwelchen Dingen, für welche man sonst nie Zeit hat. Das ist natürlich auch wichtig, aber irgendwie habe ich so das Gefühl, dass wir Schweizer (und nicht nur wir Schweizer) den Tick haben, zu viel zu tun oder anders: immer etwas zu tun. Sei es Sport zu treiben, Musik zu machen, vielleicht irgendwie im Garten arbeiten, die Homepage pflegen, irgendwo in einem Verein mithelfen. All dies ist eigentlich sehr wertvoll, aber ich denke man sollte auch einmal abschalten können.

Stellt euch einmal ein Leben völlig frei von Stress vor. Ohne Zeitdruck, ohne irgendwelche Dinge, die man bis morgen oder übermorgen erledigen muss.

Aber ein solches Leben ist und bleicht ein Traum. Denn ohne Zeitdruck geht es heutzutage nicht mehr. Wenn nicht alles so gut organisiert und auch durchdacht wäre, würde unser Leben nicht funktionieren. Wenn die Bahn plötzlich mal einen Tag blau machen würde, wären viele Schweizer buchstäblich am A****. Und all dies zusammen, alle Zusammenhänge bringt uns dann auch irgendwie dazu, dass wir eben dies alles nötig haben.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen, dass ihr demnächst Ferien habt und vielleicht genau dies einmal machen könnt; einen Tag einfach mal nichts machen und abschalten.

Gruss,
Michael Eugster

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