1’095 Tage in der Blogosphäre – 3 Jahre mit Herz und Blut

Geschrieben am 20.12.2011 um 8:00 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Allgemein, Life.

Es ist schon fast unglaublich. Was einmal einfach so aus einer Idee «aus dem Bauch heraus» entstand, wurde zu einem Blog. Da feierte man das erste, das zweite Jubiläum, präsentierte gar seine Maturaarbeit unter dem Titel «bloggerfilm» vor grossem Publikum und jetzt habe ich 18 und der Blog auch schon 3 Jahre auf dem Buckel. Ich bin nicht mehr Kantischüler, sondern bin Praktikant als Videojournalist.

In meinem Leben hat sich in den letzten Jahren so viel geändert, dass ich gar nicht wüsste, wo ich beginnen sollte. Ich habe etwas weniger gebloggt. Weniger applelastig, weniger Technews (kann man ja eh überall lesen) und mehr Eindrücke, Erfahrungen, Tipps, Perlen und so. Mehr ich. Dass das dies auf Anklang stösst, zeigen meine Besucherzahlen, die sich trotz weniger Beiträge immer in einem schönen Bereich mit leichter Tendenz nach oben bewegen.

Und so verzichte ich für ein Mal auf einen Jahresrückblick, auf die achsotollen Wünsche für die kommenden «Festtage» (für viele eher Stresstage) und auf einen tollen philosophischen Spruch am Schluss. Aber wer wissen möchte, was denn in der Welt so bedeutendes passiert ist gegooglet wurde, der soll doch einfach mal auf der tollen Seite «Google Zeitgeist» vorbeischauen (nebenbei: ganz ohne Flash, dafür mit viel HTML5).

Stay hungry, stay foolish. (Oh, ich habs doch getan. Aber der Spruch stammt von Steve Jobs.)

Bestanden! Bye bye, Kanti Wil.

Geschrieben am 02.07.2011 um 9:21 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Life.

Vier Jahre an der Kanti Wil sind vergangen. Wir haben alle ab und zu etwas blut geschwitzt, meine Klasse hat sich von Grund auf in der Zusammensetzung und im Zusammenhalt geändert. So starteten wir mit einer normalen Klasse von ca. 20 Schüler und wenn wir mal eines Morgens in der Englisch-Stunde richtig gerechnet haben, so könnten wir den jetzigen Stand von 15 Schüler locker nochmals mit 15 ehemaligen auffüllen.

An schnelle Wandel waren wir uns also gewohnt und dies musste auch so sein, denn jedes Schuljahr war wieder etwas anders und neue Herausforderungen warteten auf uns. Zu Beginn gab es einmal die Hürde der Aufnahmeprüfungen (ehrlich, ich kann mich nicht mehr gross daran erinnern, ausser dass es bei der Matheprüfung ein Sudoku gab, wovon ich etwa so wenig Ahnung hatte wie vom Rest der Matheprüfung ohne Taschenrechner), die wir logischerweise alle überstanden hatten. Der Druck der ersten Probezeit kam dazu, wir lernten eine neue Schule mit komplett anderen Anforderungen der Leistungen kennen. Einige Bio- und Physikpraktikaberichte später, wofür wir gefühlt immer fast einen Samstagmorgen brauchten, um schlussendlich nur eine einfach zählende Note fürs Zeugnis erhielten standen wir dann schon am Ende der wohl strengsten dritten Klasse (klar, das ging nicht so schnell, aber die Zeit verging teilweise echt im Fluge). Die ersten Sommerferien, die man zum Teil sehr intensiv für kommende Prüfungen einsetzen musste kamen. Doch auch die Vormaturavorbereitung mit reichlich Ablenkung brachte man hinter sich, um dann in einer Viertelstunde ca. 2-3 Jahre Wissen unter Beweis zu stellen.

Ich war schon immer bereit, etwas mehr zu geben, als man das musste. So bestand auch in gefühlsturbulenten Zeiten das FIRST mit Grade A sowie das DELF B1 mit 79/100 Punkten. Nebenbei gab es Projekte, wie das Open Air Zuzwil, bplaced, Webdesign für etwas Taschengeld und noch einiges mehr. Das vierte Jahr begann und ich setzte mir für meine Matura ein Ziel, das mit viel Aufwand verbunden war. Dass ich mit meinem bloggerfilm eine kleine Welle in der Schweizer Bloggerszene ausgelöst habe und sogar noch einen Auftritt bei Joiz dafür erhalten habe, hätte ich mir wirklich nicht träumen lassen! Die Bewertung mit dem besten Prädikat «sehr gut» und eine öffentliche Präsentation bei den ausgewählten Maturaarbeiten bestätigten meinen Arbeitseinsatz und das Herzblut bei der ganzen Sache.

Das vierte Jahr verging irgendwie auch extrem schnell. Kaum begonnen, schon waren wir in der Maturavorbereitung und kaum haben die ca. 4 Wochen begonnen, wo man sich intensiv vorbereitete und dann eine Woche lang jeden Tag 4 Stunden Prüfungen und anschliessend jeden Tag eine mündliche Prüfung hatte, so waren sie auch schon wieder vorbei. Es gab eine wohlverdiente Abschlussreise mit etwas mehr als der Hälfte der Klasse nach Mallorca (ich werde noch mehr dazu schreiben) und am Donnerstag kam dann das erleichternde Resultat…

Bestanden!

Auch wenn ich mir nie gross Sorgen um mein Bestehen gemacht habe, habe ich dann doch etwas gezittert (muss man ja doch fast, oder?) und war dann umso mehr erleichtert, als ich erfuhr, dass der ganze Jahrgang bestanden hat! Ein (verhältnismässig) kurzer, aber intensiver Abschnitt meines Lebens ist nun eigentlich abgeschlossen. Zum einen ist das etwas schade, denn ich sehe einen Grossteil der Klasse wohl nicht mehr viel in nächster Zeit, aber es ist auch ein sehr tolles Gefühl, dies alles geschafft zu haben und zwar als Jüngster der Klasse. ;-) Wie es weitergeht werde ich euch in einem späteren Blogbeitrag etwas genauer erläutern. Haltet bis dann die Ohren steif und vielleicht sieht man sich ja schon bald am Eidgenössischen Raclette- und Grillfest der Schweizer Blogger und Twitterer in Bern, das innerhalb von 10 Stunden ausverkauft war?

Upside down

Geschrieben am 05.04.2011 um 19:30 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Life.

Das Leben ist voller Veränderungen. Neue Dinge beginnen, alte Dinge bewähren sich, andere brechen auseinander. Es können gefühlsgeladene Zeiten anbrechen, es kann sein, dass man das Gefühl hat, alle würden sich gegen einen wenden und man wäre alleine. Es kann sein, dass viele Leute bei einem sind und man sich trotzdem einsam fühlt. Das Leben ist kompliziert, seine Pfade werden durchkreuzt, manchmal mit wirren Windungen anspruchsvoll gestaltet, oder aber auch mal mit schönsten Pflanzen, blühenden Blumen und einer angenehm weichen Wiese bestückt. Alles gehört dazu, es gibt immer die schwierigen Seiten wie auch die einfachen Zeiten, wo man quasi schwerelos durch die Welt fliegt.

Was schlussendlich zählt, bestimmt jeder selber. Auch wenn man in schwierigen Situationen nicht ans Positive denkt, sollte man immer daraus lernen und seine Schlüsse für später daraus ziehen. Im Nachhinein ist man immer schlauer und genau dies sollte man ausnutzen. Auch wenn etwas im ersten Moment nach «upside down» aussieht, erscheint es später plötzlich ganz klar.

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Kalte Nacht

Geschrieben am 06.03.2011 um 22:48 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Life.

Es ist kalt. Blicke schweifen durch die Gegend und verlieren sich irgendwo dort. Dort draussen. Entfernungen die träumen lassen. Wer sind wir, warum gibts uns, wie sind wir entstanden, wie weit geht es dort weiter, wo beginnt es, wo endet es oder endet es überhaupt? Fragen, die wohl kein Mensch jemals wirklich beantworten werden kann.

Ich schau in den Himmel und die Vergangenheit. Ich sehe Dinge, die schon vor vielen Jahren bereits geschehen sind, ich sehe etwas, das sich sich in Wirklichkeit schon längst verändert hat. Doch sind wir Menschen nicht alle Gewohnheitstiere? Veränderungen mögen wir meistens nicht unbedingt. Wir brauchen Zeit, um uns an Neues zu gewöhnen. Vielleicht tut einem ein Wechsel gut, vielleicht auch nicht. Die Vergangenheit lässt mich lachen, wütend sein, traurig sein und stimmt mich nachdenklich. Wenn ich zurückblicke, sehe ich ein Leben – was für ein Leben! Ich sehe die Ironie, die sich immer wieder in meinem Leben findet und auch sehe ich eine bestimmte Sehnsucht. Da strebe ich nach Glück, Liebe, Erfolg – wonach man halt so strebt. Auf was will ich hinaus? Wir werden es sehen.

So sind sie in Wirklichkeit, die Menschen

Geschrieben am 15.01.2011 um 18:56 von Michael Eugster, abgelegt in der Kategorie Life.


Bild von Bernd Boscolo / pixelio.de

Gegen aussen sind sie wie eine tolle, bunt bemalte Häuserfassade. Sie lassen sich praktisch nichts anmerken und lächeln immer zuckersüss. Die Türe zu diesem Haus ist schön versteckt, denn man soll ja nicht gleich an den wahren Kern herankommen. Sie spielen ein Leben vor, geben anderen Leuten das Gefühl, es sei echt. Doch in Wirklichkeit sind die Menschen ja ganz anders. Denn wenn man einmal diese Häuserfassaden durchdringt und die nackte Wahrheit betrachtet, sieht es schnell anders aus.

Genau! Die Menschen sind in Wirklichkeit ganz anders. Bezeichnen wir sie doch einfach einmal als furzende, rülpsende, lästernde Leute. Du denkst jetzt «Neeein, das würd ich nie tun!» Wers glaubt wird seelig. Achte doch selber mal darauf, wenn du das nächste Mal alleine oder mit deiner Familie zu Hause bist. Was machst du, wenn dich etwas ärgerst? Man spricht gerne einmal schlecht über eine Person und merkt dann vielleicht auch, dass es nicht ganz recht war, so zu sprechen.

Geht man zu jemanden nach Hause, verstellen sich die Leute. Man ist nie sich selber, wenn fremde Leute oder sogar gute Bekannte da sind. Man muss sich gut verhalten, anständig sein. Das Welt ist ein riesiges Theater, eine riesige Bühne. Je nachdem, auf welche Leute wir treffen, nehmen wir eine andere Rolle ein. Mal sind wir der coole, ältere Typ, der den jüngeren Teenies Geschichten erzählt und sie zum Lachen bringt, mal sind wir der anständige Typ, der sich von seinem Trainer Anweisungen geben lässt. Mal sind wir der Draufgängertyp, mal sind wir der Frauenheld, manchmal auch der Einfühlsame.

Da stellt sich die Frage: «Wer sind wir wirklich?» und die Frage ist schwer zu beantworten. Sind wir das, was unsere Eltern durch ihre Erziehung aus uns gemacht haben, wenn wir uns zu Hause etwas gehen lassen und uns nicht an alle Sitten und Normen der Öffentlichkeit halten müssen, weil man im privaten Rahmen ist? Oder sind wir der anständige, hilfsbereite Typ von nebenan? Wer sind wir wirklich? Die Antwort darauf wird man wohl nie wirklich finden können. Wahrscheinlich ist die Antwort «Du bist immer, wer du gerade bist und du hast verschiedene “Ichs”.» Doch diese Antwort ist nicht befriedigend, denn sie lässt Vieles offen.

Wie ist es bei dir? Schaffst du es, dich nicht zu verstellen und bei allen Leuten gleich zu sein oder hast auch du deine verschiedenen «Ichs»?